Tomatenpflanze

Tomaten ausgeizen, gießen und pflegen — Der Sommer-Guide für maximale Ernte

Selbst gezogene Tomaten schmecken zehnmal besser als gekaufte — aber nur, wenn die Pflege stimmt. Im Sommer entscheidet sich, ob du eine Schale voll aromatischer Früchte erntest oder nur wenige, wässrige Tomaten. Mit diesen Pflegetipps holst du das Maximum aus deinen Pflanzen.

1. Ausgeizen — Der wichtigste Schritt

Ausgeizen bedeutet, die kleinen Seitentriebe zu entfernen, die in den Blattachseln wachsen (zwischen Haupttrieb und Blattstiel). Warum? Diese Geiztriebe kosten der Pflanze Energie, die besser in die Früchte geht. Ohne Ausgeizen wird die Pflanze buschig, unübersichtlich und anfällig für Pilzkrankheiten.

So geht’s:

  • Geiztriebe mit Daumen und Zeigefinger ausbrechen, solange sie klein sind (2-3 cm). Sie brechen leicht und die Wunde heilt schnell.
  • Größere Geiztriebe (über 5 cm) mit einem sauberen, scharfen Messer oder einer Gartenschere abschneiden.
  • Einmal pro Woche kontrollieren — im Hochsommer wachsen Geiztriebe erstaunlich schnell.

Welche Tomaten ausgeizen? Stabtomaten (Indeterminate) müssen konsequent ausgegeizt werden. Buschtomaten (Determinate) und Wildtomaten brauchen nur wenig bis gar keinen Geiztrieb-Schnitt.

2. Richtig gießen

Tomaten sind Mimosen beim Gießen. Zu wenig = aufgeplatzte Früchte und Blütenendfäule. Zu viel = wässriger Geschmack und Pilzkrankheiten.

  • Konstanz ist alles: Gleichmäßig feucht halten, keine Wechselbäder zwischen knochentrocken und pitschnass.
  • Morgens gießen: Am frühen Vormittag, nie in der prallen Mittagssonne. Abends gießen fördert Schnecken und Pilze.
  • Nie die Blätter nass machen: Gieße direkt auf den Boden, nicht über die Blätter. Nasse Blätter sind eine Einladung für Kraut- und Braunfäule.
  • Lieber selten und viel als oft und wenig: 2-3 Mal pro Woche durchdringend gießen (ca. 3-5 Liter pro Pflanze). Tägliches Schlabbern fördert flache Wurzeln.
  • Anwelken erkennen: Wenn die oberen Blätter mittags leicht schlaff werden, aber abends wieder prall sind — kein Problem. Wenn sie morgens schon schlaff sind: sofort gießen.

3. Düngen im Sommer

Tomaten sind Starkzehrer und brauchen während der Fruchtbildung alle 2-3 Wochen Nachschub:

  • Tomaten-Flüssigdünger nach Packungsanweisung. Organische Alternativen: Brennnesseljauche (1:10 verdünnt) oder Beinwelljauche.
  • Kalibetonte Düngung während der Fruchtreife — zu viel Stickstoff macht große Pflanzen mit wenigen Früchten.
  • Mulchen: Eine 3-5 cm dicke Schicht Rasenschnitt, Stroh oder Kompost um die Pflanzen hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und versorgt die Pflanze langsam mit Nährstoffen.

4. Aufbinden und Stützen

Stabtomaten wachsen schnell und schwer — eine gute Stütze ist Pflicht:

  • Spiralstäbe aus Edelstahl sind die beste Wahl: rostfrei, platzsparend, wiederverwendbar.
  • Alternativ: Bambusstäbe (2 m Höhe) mit weicher Bastschnur alle 25 cm anbinden.
  • Niemals zu fest binden — der Stängel wächst und braucht Platz.

5. Die häufigsten Probleme und ihre Lösung

Blütenendfäule (braune, eingesunkene Flecken an der Unterseite)

Ursache: Calciummangel durch unregelmäßige Wasserversorgung. Lösung: Gleichmäßiger gießen, Algenkalk oder Gesteinsmehl um die Pflanzen streuen. Befallene Früchte entfernen.

Kraut- und Braunfäule (braune Flecken auf Blättern und Stängeln)

Ursache: Pilzinfektion, begünstigt durch feuchte Blätter und enge Pflanzung. Lösung: Befallene Blätter sofort entfernen (nicht auf den Kompost!), mit Ackerschachtelhalm-Brühe vorbeugend spritzen. Tomatendach oder überdachung schützt vor Regen.

Aufgeplatzte Früchte

Ursache: Plötzlich viel Wasser nach Trockenperiode — die Schale kann nicht schnell genug mitwachsen. Lösung: Gleichmäßiger gießen, resistente Sorten wählen (z.B. ‚Dorenia‘).

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