Rosenstrauch

Rosen pflegen im Sommer — So blühen sie bis in den Herbst

Rosen sind die Königinnen des Gartens — aber auch Diven mit Ansprüchen. Im Sommer entscheidet sich, ob sie bis in den Herbst hinein verschwenderisch blühen oder nach der ersten Blüte erschöpft aufgeben. Mit diesen Pflegetipps hältst du deine Rosen gesund und blühfreudig.

1. Verblühtes entfernen — Der Schlüssel zur Nachblüte

Das regelmäßige Entfernen verblühter Blüten ist die wichtigste Sommerarbeit an Rosen. Blüten, die man lässt, bilden Hagebutten — und die Pflanze stellt die Blütenproduktion ein. Entfernt man sie, produziert die Rose neue Blüten.

So geht’s: Den verblühten Trieb bis zum nächsten vollständig ausgebildeten fünfzähligen Blatt zurückschneiden. Das ist der Punkt, an dem ein neuer Blütentrieb entsteht. Bei öfterblühenden Sorten bringt das eine zweite, oft sogar dritte Blüte.

2. Gießen — Tief und richtig

Rosen sind Tiefwurzler und holen sich Wasser normalerweise aus tieferen Bodenschichten. In heißen Sommern brauchen sie trotzdem Unterstützung:

  • Selten, aber durchdringend: 1-2 Mal pro Woche mit 10-20 Litern pro Pflanze, nicht täglich schlabbern.
  • Morgens gießen: Blätter sollten bis zum Abend trocken sein, sonst droht Mehltau und Sternrußtau.
  • Nicht von oben: Blätter und Blüten möglichst nicht benetzen — das fördert Pilzkrankheiten.
  • Gießrand: Ein kleiner Erdwall um die Pflanze hält das Wasser am Wurzelbereich und verhindert, dass es seitlich wegläuft.

3. Düngen — Der Turbo für die Sommerblüte

Nach der ersten Blüte im Juni haben Rosen einen hohen Nährstoffverbrauch. Ende Juni/Anfang Juli folgt die wichtigste Sommerdüngung:

  • Spezieller Rosen-Langzeitdünger nach Packungsanweisung. Oder: gut verrotteter Rinderdung (2-3 Liter pro Pflanze), oberflächlich einarbeiten.
  • Ende Juli die letzte Düngung geben — danach nicht mehr düngen. Späte Stickstoffgaben verhindern die Holzausreifung und machen die Rose frostempfindlich.
  • Im August auf Kalidünger (Patentkali) umstellen — das stärkt die Zellwände und bereitet die Pflanze auf den Winter vor.

4. Rosenkrankheiten im Sommer erkennen und behandeln

Sternrußtau (schwarze Flecken auf Blättern, Blätter fallen ab)

Die häufigste Rosenkrankheit. Befallene Blätter sofort entfernen und in den Restmüll (nicht Kompost!). Vorbeugend: Knoblauch-Sud oder Ackerschachtelhalm-Brühe alle 2 Wochen spritzen. Resistente ADR-Rosen pflanzen.

Echter Mehltau (weißer, mehliger Belag auf Blättern und Knospen)

Tritt bei warm-trockenem Wetter mit Taubildung auf. Milch-Wasser-Mischung (1:8) alle 5-7 Tage spritzen — die Milchsäurebakterien hemmen den Pilz. Für gute Luftzirkulation durch ausreichenden Pflanzabstand sorgen.

Blattläuse

Marienkäfer und Florfliegen regeln das natürlich. Bei starkem Befall: scharfer Wasserstrahl spritzt die Läuse ab, oder Schmierseifenlösung (1 EL auf 1 Liter Wasser) sprühen.

5. Aufbinden und Stützen

Kletterrosen und hoch wachsende Strauchrosen brauchen im Sommer eine sichere Führung. Neue Langtriebe regelmäßig locker anbinden — möglichst waagerecht oder fächerförmig. Horizontale Triebe blühen reicher als senkrechte. Kein Draht direkt am Trieb — das schneidet ein. Weiches Bindematerial wie Bast oder spezielle Rosen-Clips verwenden.

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