Tomatenpflanze

Tomatenkrankheiten erkennen und behandeln — Der große Ratgeber

Tomaten sind die beliebtesten Gemüsepflanzen im Hausgarten — und leider auch eine der krankheitsanfälligsten. Kraut- und Braunfäule, Blütenendfäule, Mehltau, Samtflecken — die Liste möglicher Tomatenkrankheiten ist lang. Wer die Symptome früh erkennt und richtig reagiert, kann die Ernte meist noch retten. Dieser Ratgeber zeigt die häufigsten Tomatenkrankheiten, wie du sie erkennst und was wirklich hilft.

Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans)

Die gefürchtetste Tomatenkrankheit überhaupt. Verursacht durch einen Eipilz, der bei feucht-warmer Witterung (ab 16°C und hoher Luftfeuchtigkeit) binnen Tagen eine ganze Ernte vernichten kann. Symptome: Graugrüne, später braune Flecken auf Blättern, die sich schnell ausbreiten. Weißer Pilzrasen auf der Blattunterseite bei feuchter Witterung. Braune, harte, eingesunkene Stellen an Stängeln und Früchten. Befallene Früchte werden ungenießbar. Behandlung: Befallene Blätter und Triebe sofort entfernen und im Hausmüll entsorgen. Bei starkem Befall Fungizide auf Kupferbasis anwenden. Vorbeugung: Tomaten unter einem Regendach oder im Gewächshaus anbauen — das ist die effektivste Maßnahme. Weitere Tipps: Nie von oben gießen (Blätter nass = Infektion), ausreichend Pflanzabstand (mindestens 50 cm), untere Blätter bis 30 cm Höhe entfernen, resistente Sorten wie ‚Philovita‘, ‚Primabella‘ oder ‚De Berao‘ wählen, und Kartoffeln nicht in der Nähe von Tomaten anbauen (gleicher Erreger).

Blütenendfäule

Keine Infektion, sondern eine physiologische Störung durch Kalziummangel. Symptome: Braune, eingesunkene, ledrige Flecken an der Blütenansatzstelle (der „Unterseite“) der Frucht. Tritt oft bei den ersten Früchten der Saison auf. Ursache: Nicht Kalziummangel im Boden, sondern Kalziumtransportproblem in der Pflanze — verursacht durch unregelmäßige Wasserversorgung. Kalzium wird mit dem Wasserstrom transportiert; bei Wassermangel erreicht es die jungen Früchte nicht. Behandlung: Gleichmäßig gießen! Kein Austrocknen und dann überfluten. Mit Algenkalk oder Gesteinsmehl düngen. Befallene Früchte entfernen — sie werden nicht mehr besser, aber die nächsten Früchte können gesund bleiben.

Echter Mehltau

Symptome: Weißer, mehliger Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt. Blätter vergilben und sterben ab. Behandlung: Befallene Blätter entfernen. Milch-Wasser-Gemisch (1:9) im Abstand von 3 Tagen auf die Blätter sprühen — die enthaltenen Mikroorganismen bekämpfen den Pilz. Backpulver-Spritzung (1 TL auf 1 L Wasser + etwas Spülmittel als Haftmittel) verändert den pH-Wert auf der Blattoberfläche und hemmt das Pilzwachstum. Vorbeugung: Gute Luftzirkulation, resistente Sorten, keine Überdüngung mit Stickstoff.

Samtfleckenkrankheit (Cladosporium fulvum)

Häufig im Gewächshaus bei hoher Luftfeuchtigkeit. Symptome: Gelbe Flecken auf der Blattoberseite, samtig-brauner Belag auf der Unterseite. Behandlung: Befallene Blätter entfernen, regelmäßig lüften, Luftfeuchtigkeit unter 70% halten.

Häufige Fragen

Sind braune Flecken auf Tomatenblättern immer Krautfäule?

Nein. Braune Flecken können auch von Sonnenbrand, Dürreschäden, Nährstoffmangel oder anderen Pilzkrankheiten stammen. Der weiße Pilzrasen auf der Blattunterseite bei der Krautfäule ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal.

Kann ich Tomaten mit Krautfäule noch essen?

Nur wenn die Früchte selbst keine braunen Flecken zeigen. Blätter und Stängel können befallen sein, aber gesund aussehende Früchte sind genießbar. Sobald die Frucht braune Stellen zeigt, ist sie ungenießbar und sollte entsorgt werden.

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