Himbeerstrauch

Himbeeren im Garten – Sommer- und Herbsthimbeeren richtig pflegen

Himbeeren gehören zu den beliebtesten Beerenfrüchten im Hausgarten – kein Wunder, denn sie sind pflegeleicht, ertragreich und schmecken frisch gepflückt unvergleichlich besser als gekaufte Ware. Wer die Unterschiede zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren kennt und den Schnitt richtig timt, kann sich über viele Wochen hinweg an frischen Früchten erfreuen.

Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren – der wichtige Unterschied

Sommerhimbeeren wie ‚Malling Promise‘ oder ‚Glen Ample‘ tragen ihre Früchte an zweijährigen Ruten (sogenannten Stämmen), die im Vorjahr gewachsen sind. Sie reifen von Juni bis Mitte Juli und liefern eine konzentrierte, große Ernte in kurzer Zeit. Herbsthimbeeren wie ‚Autumn Bliss‘ oder ‚Polka‘ dagegen fruchten an einjährigen Ruten, die im selben Jahr aus dem Boden treiben, und tragen von August bis zum ersten Frost im Oktober. Wer beide Typen im Garten kombiniert, kann die Erntesaison auf fast das ganze Sommerhalbjahr ausdehnen.

Standort und Boden

Himbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standort mit humusreichem, leicht saurem bis neutralem Boden (pH-Wert 5,5 bis 6,5). Staunässe verträgt das flache Wurzelsystem nur schlecht, weshalb schwere, lehmige Böden vor der Pflanzung mit Sand und Kompost verbessert werden sollten. Da Himbeeren zu den Rosengewächsen zählen, sollte auf denselben Beeten mindestens vier bis fünf Jahre kein Anbau von Erdbeeren, Brombeeren oder anderen Rosengewächsen stattgefunden haben, um Bodenmüdigkeit und Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Rankhilfe und Pflanzabstand

Da Himbeerruten bis zu zwei Meter hoch werden und unter Fruchtlast schnell abknicken, ist eine stabile Rankhilfe unverzichtbar. Bewährt hat sich ein Spalier aus zwei bis drei horizontal gespannten Drähten zwischen stabilen Pfosten, an dem die Ruten mit weichem Bindematerial befestigt werden. Der Pflanzabstand innerhalb einer Reihe sollte 40 bis 50 Zentimeter betragen, zwischen den Reihen etwa 1,5 bis 2 Meter, damit ausreichend Licht und Luftzirkulation für gesunde Pflanzen gewährleistet sind.

Der richtige Rückschnitt

Der Schnitt ist der entscheidende Pflegeschritt und unterscheidet sich klar zwischen den beiden Himbeertypen. Bei Sommerhimbeeren werden direkt nach der Ernte im Sommer alle abgetragenen, verholzten Ruten bodennah abgeschnitten, da diese im nächsten Jahr ohnehin keine Früchte mehr tragen. Die im laufenden Jahr neu gewachsenen, grünen Ruten bleiben stehen, werden im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr eingekürzt und tragen im folgenden Jahr die Ernte. Bei Herbsthimbeeren ist der Schnitt einfacher: Hier werden im Spätherbst oder Winter, nach dem Laubfall, sämtliche Ruten bodennah komplett abgeschnitten. Im Frühjahr treiben aus dem Wurzelstock neue Ruten aus, die im selben Jahr ab August erneut Früchte tragen.

Düngung und Wasserversorgung

Himbeeren sind Flachwurzler und daher besonders empfindlich gegenüber Trockenstress, vor allem während der Fruchtbildung. Eine Mulchschicht aus Stroh, Rindenmulch oder Rasenschnitt hält den Boden feucht und unterdrückt gleichzeitig Unkraut. Im Frühjahr sollte mit reifem Kompost oder einem organischen Beerendünger versorgt werden; eine zweite, leichtere Düngergabe kann Anfang Sommer erfolgen. Zu viel Stickstoff fördert zwar üppiges Blattwerk, geht aber häufig zulasten des Fruchtertrags und macht die Pflanzen anfälliger für Pilzkrankheiten wie die Rutenkrankheit.

Typische Probleme erkennen

  • Himbeerkäfer: Larven fressen sich in die Früchte, vorbeugend hilft eine Kulturschutznetz-Abdeckung während der Blüte
  • Rutensterben: Pilzbefall an der Rutenbasis, betroffene Ruten sofort entfernen und entsorgen
  • Gelbe Blätter mit grünen Adern: Deutet auf Eisenmangel bei zu hohem pH-Wert hin, hilft Aufdüngung mit Eisenchelat
  • Wenig Fruchtansatz: Meist Folge von zu dichtem Stand oder falschem Schnittzeitpunkt

Wer Standort, Schnitt und Wasserversorgung im Blick behält, wird über viele Jahre mit reichen Ernten belohnt. Da Himbeeren über Wurzelausläufer wachsen, lohnt sich zudem eine Rhizomsperre im Boden, damit sich die Pflanzen nicht unkontrolliert im gesamten Beet ausbreiten.

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