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Johannisbeeren anbauen – Rote, weiße und schwarze Vitaminbomben

Johannisbeeren anbauen – Rote, weiße und schwarze Vitaminbomben

Johannisbeeren (Ribes rubrum, Ribes nigrum) sind das unkomplizierte Beerenobst für jeden Garten. Die Sträucher sind winterhart, anspruchslos und liefern über viele Jahre hinweg zuverlässige Ernten. Mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt und dem herb-fruchtigen Aroma sind sie nicht nur gesund, sondern auch unglaublich vielseitig in der Küche einsetzbar. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über Sorten, Pflanzung, Pflege und den richtigen Schnitt von Johannisbeeren.

Sortenvielfalt: Rot, Weiß und Schwarz

Die klassischen Johannisbeeren gliedern sich in drei Farbgruppen, die unterschiedliche Ansprüche und Verwendungen mit sich bringen:

  • Rote Johannisbeeren: Herb-säuerlich – Ideal für Gelee, Saft und frische Verwendung. Beliebte Sorten: ‚Jonkheer van Tets‘ (früh), ‚Rovada‘ (spät, sehr ertragreich), ‚Red Lake‘ (aromatisch).
  • Weiße Johannisbeeren: Milder, süßer als rote Sorten. Automatisch eine Variante der roten Johannisbeere. ‚Weiße Versailler‘ und ‚Blanka‘ sind beliebt.
  • Schwarze Johannisbeeren: Intensives, herbes Cassis-Aroma – Reich an Vitamin C und Anthocyanen. ‚Titania‘ (mehltauresistent), ‚Bona‘ (sehr aromatisch), ‚Ometa‘ (ertragreich).
  • Hochstamm-Johannisbeeren: Auf Stämmchen veredelt – dekorativ und platzsparend, ideal für kleine Gärten und Terrassen.

Standort und Boden

Johannisbeeren gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Im Halbschatten sind die Früchte oft etwas säuerlicher, aber die Gefahr von Spätfrostschäden an den Blüten ist geringer. Ein windgeschützter Platz ist ideal, aber nicht zwingend.

Der Boden sollte humusreich, nährstoffreich und gleichmäßig feucht sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Beeren vertragen Johannisbeeren auch etwas schwerere Böden. Vor der Pflanzung großzügig Kompost einarbeiten. Der ideale pH-Wert liegt zwischen 6,0 und 7,0.

Pflanzung – So starten Sie richtig

Die beste Pflanzzeit ist der Herbst (Oktober/November), alternativ das zeitige Frühjahr. Containerware kann das ganze Jahr über gepflanzt werden.

  1. Pflanzloch doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen ausheben.
  2. Wurzeln vor dem Pflanzen 30–60 Minuten in Wasser tauchen (bei wurzelnackten Pflanzen).
  3. Pflanztiefe: Etwa 5–10 cm tiefer als im Topf oder als zuvor im Boden – Johannisbeeren bilden gerne neue Wurzeln am unteren Stamm.
  4. Großzügig angießen und mit Rindenmulch oder Kompost mulchen.
  5. Pflanzabstand: 1,2–1,5 m zwischen den Sträuchern. Bei Hochstämmchen 1–1,2 m.

Der richtige Schnitt – essenziell für reiche Ernte

Johannisbeeren tragen am besten am ein- bis dreijährigen Holz. Ältere Triebe bringen weniger und kleinere Früchte. Daher ist ein jährlicher Schnitt wichtig:

Rote und Weiße Johannisbeeren:

  • Im Spätwinter (Februar/März) alle Triebe, die älter als 4 Jahre sind, bodennah entfernen. Sie erkennen altes Holz an der dunkleren, dickeren Rinde.
  • Pro Strauch 8–10 kräftige Triebe stehen lassen, möglichst gleichmäßig verteilt.
  • Seitentriebe auf kurze Zapfen mit 2–3 Knospen einkürzen.
  • Kranke, schwache und nach innen wachsende Triebe entfernen.

Schwarze Johannisbeeren:

  • Jährlich etwa ein Drittel der ältesten Triebe bodennah herausschneiden.
  • Schwarze Johannisbeeren fruchten am besten am vorjährigen Holz – der Schnitt fördert kräftigen Neuaustrieb.
  • Keine Seitentriebe einkürzen! Die wertvollsten Blütenknospen sitzen an den Triebenden.

Düngung und Bewässerung

Johannisbeeren sind Flachwurzler. Düngen Sie zweimal jährlich: Im März mit organischem Beerendünger oder Kompost, nach der Ernte eine zweite, leichtere Gabe. Hornspäne im Frühjahr versorgen die Pflanzen mit langsam freigesetztem Stickstoff.

Besonders während der Blüte und Fruchtbildung (Mai/Juni) brauchen die Pflanzen ausreichend Wasser. Trockenstress führt zu kleinen Früchten und vorzeitigem Fruchtfall. Mulchen Sie den Wurzelbereich mit Rindenmulch oder Stroh.

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