Anthurie (Flamingoblume): So blüht sie das ganze Jahr
Die Anthurie (Anthurium andraeanum), auch Flamingoblume genannt, fällt sofort durch ihre glänzenden, herzförmigen Hochblätter in Rot, Rosa, Weiß oder Orange auf, aus denen ein charakteristischer, gerader Blütenkolben herausragt. Anders als viele andere Zimmerpflanzen kann die Anthurie bei guter Pflege nahezu das ganze Jahr über blühen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du deine Anthurie richtig pflegst, damit sie dauerhaft gesund bleibt und regelmäßig neue Blüten bildet.
Herkunft und Besonderheiten
Anthurien stammen aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas, wo sie häufig epiphytisch, also auf anderen Bäumen sitzend, in feuchtwarmem, schattigem Klima wachsen. Das auffällige farbige „Blütenblatt“ ist botanisch gesehen ein Hochblatt, die sogenannte Spatha, während die eigentlichen, winzigen Blüten dicht an dicht auf dem geraden Kolben in der Mitte sitzen. Diese Herkunft aus dem Regenwald-Unterwuchs erklärt den Wunsch der Pflanze nach gedämpftem Licht, gleichmäßiger Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit.
Der richtige Standort
Anthurien bevorzugen einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung, etwa an einem Ost- oder Westfenster oder etwas zurückversetzt von einem Südfenster. Zu wenig Licht führt zu ausbleibender Blüte, während pralle Mittagssonne die Blätter und Hochblätter verbrennen kann. Ideal sind Zimmertemperaturen zwischen 20 und 25 Grad; im Winter sollte die Temperatur nicht unter 16 Grad fallen, da die Anthurie kälteempfindlich ist und bei Kälte schnell mit Blattschäden reagiert.
Gießen und Luftfeuchtigkeit
Anthurien mögen gleichmäßig feuchtes, aber niemals nasses Substrat. Gegossen wird, sobald sich die obere Erdschicht trocken anfühlt, wobei überschüssiges Wasser im Untersetzer nach etwa 20 Minuten abgegossen werden sollte, da stehende Nässe schnell zu Wurzelfäule führt. Als tropische Pflanze schätzt die Anthurie eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent. Regelmäßiges Besprühen der Blätter mit kalkarmem, zimmerwarmem Wasser, ein Platz im Badezimmer oder ein Luftbefeuchter verbessern die Bedingungen deutlich und wirken sich direkt auf die Blühfreudigkeit aus.
Substrat und Umtopfen
Da Anthurien in ihrer Heimat oft epiphytisch wachsen, benötigen sie ein lockeres, gut durchlüftetes Substrat. Am besten eignet sich spezielle Orchideen- oder Anthurienerde, die mit ihrem hohen Rindenanteil viel Luft an die Wurzeln lässt und Staunässe vorbeugt. Umgetopft wird alle ein bis zwei Jahre im Frühjahr, sobald die Wurzeln den Topf gut durchwurzelt haben. Ein zu großer Topf sollte vermieden werden, da überschüssiges, nicht durchwurzeltes Substrat die Gefahr von Staunässe erhöht.
Düngen für dauerhafte Blüte
Von März bis September profitiert die Anthurie von einer Düngergabe alle zwei bis vier Wochen mit einem speziellen Blühpflanzendünger, der etwas mehr Phosphor und Kalium als Stickstoff enthält, um die Blütenbildung zu unterstützen. Im Winter wird die Düngung reduziert oder ganz eingestellt. Eine regelmäßige, aber nicht übermäßige Düngung ist der Schlüssel dazu, dass die Anthurie kontinuierlich neue Blütenstiele bildet statt nur gelegentlich zu blühen.
Blütenpflege
Eine einzelne Blüte der Anthurie hält bei guter Pflege oft mehrere Wochen bis Monate. Verwelkte Blütenstiele sollten bodennah abgeschnitten werden, sobald sie welk und grün werden, um die Pflanze zur Bildung neuer Blüten anzuregen. Regelmäßiges Abwischen der glänzenden Blätter mit einem feuchten Tuch entfernt Staub, fördert die Photosynthese und beugt Schädlingsbefall vor.
Giftigkeit beachten
Wie viele Aronstabgewächse enthält die Anthurie Calciumoxalat-Kristalle, die bei Verzehr zu Reizungen im Mund- und Rachenraum führen können. Für Katzen, Hunde und kleine Kinder sollte die Pflanze daher außer Reichweite aufgestellt werden.
Häufige Probleme
- Ausbleibende Blüte deutet meist auf zu wenig Licht oder zu wenig Dünger während der Wachstumsphase hin.
- Braune Blattränder entstehen häufig durch zu trockene Luft oder kalkhaltiges Gießwasser.
- Gelbe Blätter können auf Staunässe oder auf natürliches Altern älterer, unterer Blätter hindeuten.
- Kleine, blasse Blüten sind oft ein Zeichen von Nährstoffmangel.
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Fazit
Mit einem hellen, warmen Standort, hoher Luftfeuchtigkeit und regelmäßiger, maßvoller Düngung blüht die Anthurie zuverlässig über weite Teile des Jahres. Wer diese tropischen Grundbedürfnisse berücksichtigt, wird mit einer der langlebigsten und dekorativsten Blühpflanzen für die Wohnung belohnt.







