Orchideen pflegen nach der Blüte – So blühen sie wieder






Wenn die letzte Blüte deiner Orchidee abgefallen ist, denkt man schnell, das Schauspiel sei vorbei. Doch was du in den folgenden Wochen tust, entscheidet darüber, ob die Pflanze gut wieder blüht oder im nächsten Jahr Mühe hat, überhaupt Kraft für neue Blüten zu sammeln. Die richtige Pflege nach der Blüte unterscheidet sich je nach Orchideenart, daher lohnt es sich, den eigenen Orchideentyp zu kennen, bevor man zur Gartenschere greift.
Was tun mit dem Blütentrieb?
Bei Phalaenopsis (Schmetterlingsorchideen) kann der Blütentrieb manchmal noch einmal blühen, du hast also zwei Möglichkeiten: Schneide ihn direkt an der Basis nahe den Blättern ab, damit die Pflanze ihre gesamte Energie in kräftigere Wurzeln und Blätter vor dem nächsten Blühzyklus stecken kann, oder schneide ihn knapp über einem sichtbaren Knoten (eine der kleinen braunen, dreieckigen Markierungen am Trieb) ab, um einen zweiten, meist kleineren Blütenschub anzuregen. Der Schnitt über einem Knoten gelingt bei Phalaenopsis recht häufig, ist aber keine Garantie. Bei Cattleya, Dendrobium, Oncidium und den meisten anderen Orchideengattungen blüht der Trieb dagegen nicht erneut – schneide ihn erst zurück, wenn er vollständig vergilbt und eingetrocknet ist, da diese Orchideen ausschließlich an neuen Trieben blühen.
Gießen und Düngen anpassen
Während und nach der Blüte solltest du zu einem gleichmäßigen Gießrhythmus zurückkehren, statt bei der reduzierten Wassergabe zu bleiben, mit der manche Pflanzenfreunde die Blüte anregen. Die meisten Orchideen in Rindensubstrat kommen gut zurecht, wenn man sie durchdringend gießt, sobald das Substrat fast trocken ist – etwa alle 7 bis 10 Tage –, und das Wasser danach vollständig abtropfen lässt, denn Orchideenwurzeln faulen schnell, wenn sie im Wasser stehen. Nimm die regelmäßige Düngung mit einem ausgewogenen, orchideenspezifischen Dünger in Viertel- bis Halbkonzentration bei jeder zweiten Gießung während der Wachstumsphase wieder auf und reduziere sie im Winter, wenn das Wachstum nachlässt.
Lichtbedarf
Phalaenopsis gedeihen am besten bei hellem, indirektem Licht, etwa an einem Ostfenster oder ein Stück von einem Süd- oder Westfenster entfernt – direkte Sonne verbrennt ihre Blätter. Cattleya und Dendrobium wollen deutlich mehr Licht und vertragen sogar etwas sanfte direkte Sonne, weshalb sie unter durchschnittlichen Wohnzimmerbedingungen oft nicht wieder blühen. Dunkelgrüne Blätter deuten meist auf zu wenig Licht für eine gute Blüte hin, ein gelblich-grüner Ton zeigt an, dass die Lichtmenge näher am Idealwert liegt.
Eine neue Blüte anregen
Vor allem Phalaenopsis brauchen oft einen Temperaturunterschied von etwa 5 bis 6 °C zwischen Tag und Nacht über zwei bis drei Wochen hinweg – wie er im Frühherbst am Fenster ganz natürlich vorkommt –, um einen neuen Blütentrieb auszulösen. Gleichmäßiges Licht, regelmäßige Düngung während der Wachstumsphase und gesunde Wurzeln sind dabei wichtiger als jeder einzelne Trick, denn eine gestresste oder unterversorgte Pflanze hat schlicht nicht die Kraft für eine erneute Blüte.
Luftwurzeln
Dicke, silbrig-grüne Wurzeln, die aus dem Topf herauswachsen, sind bei epiphytischen Orchideen wie Phalaenopsis völlig normal und ein Zeichen von Gesundheit – sie nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf und sollten weder abgeschnitten noch gewaltsam ins Substrat gedrückt werden. Wirken sie schrumpelig, kannst du sie gelegentlich besprühen; sind sie prall und mit grüner Spitze, lässt du sie am besten in Ruhe. Dass sie außerhalb des Topfes wachsen, entspricht einfach der natürlichen Wuchsweise dieser Orchideen, die sich in der Natur an Baumrinde statt an Erde festhalten.
Mit gleichmäßigem Licht, angepasster Wassergabe und etwas Geduld bilden die meisten gesunden Orchideen innerhalb weniger Monate bis zu einem Jahr nach der letzten Blüte einen neuen Trieb.






