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Rasenpflege im Sommer — Mähen, Wässern, Düngen für sattes Grün

Sommerhitze, Trockenheit und intensive Nutzung setzen dem Rasen zu. Gelbe Flecken, kahle Stellen und unerwünschte Unkräuter machen sich breit. Mit der richtigen Pflege bleibt dein Rasen auch bei 30 Grad sattgrün und belastbar. Hier erfährst du, worauf es beim Mähen, Wässern und Düngen im Sommer ankommt.

Mähen im Sommer: Höher ist besser

Im Sommer gilt die wichtigste Mähregel: stell den Rasenmäher höher. Eine Schnitthöhe von 5-7 cm ist ideal. Längere Halme beschatten den Boden und reduzieren die Verdunstung um bis zu 40 Prozent. Der Boden bleibt kühler, die Graswurzeln wachsen tiefer, und Unkräuter haben es schwerer, sich zwischen den dichteren Halmen durchzusetzen.

Mähe regelmäßig, aber nie mehr als ein Drittel der Halmhöhe auf einmal entfernen. Ein Radikalschnitt schockt das Gras und führt zu gelben Spitzen. Bei extremer Hitze und Trockenheit (über 30°C) das Mähen ganz aussetzen oder auf die kühlen Abendstunden verlegen. Scharfe Messer sind Pflicht — stumpfe Klingen zerreißen die Halme und hinterlassen ausgefranste, braun werdende Schnittwunden.

Das Schnittgut im Sommer liegen lassen (Mulchmähen) — es wirkt als natürlicher Verdunstungsschutz und gibt Nährstoffe an den Boden zurück. Bei zu langem oder nassem Gras muss das Schnittgut jedoch abgeräumt werden, um Fäulnis und Rasenfilz zu vermeiden.

Wässern: Selten, aber dafür richtig

Der größte Fehler beim Rasenwässern ist häufiges, oberflächliches Gießen. Das befeuchtet nur die obersten Zentimeter und erzieht die Graswurzeln dazu, flach zu wachsen — ein fataler Nachteil bei Trockenheit. Richtig ist: einmal pro Woche durchdringend wässern mit 15-25 Litern pro Quadratmeter. Das Wasser muss 10-15 cm tief in den Boden eindringen, um die Wurzeln zu erreichen.

Gieße in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend. Tagsüber verdunstet bis zu 50 Prozent des Wassers, bevor es den Boden erreicht. Wassertropfen auf den Halmen wirken in der prallen Sonne wie Brenngläser. Ein einfacher Test: Stelle einen leeren Becher auf den Rasen und wässere so lange, bis sich 2 cm Wasser darin gesammelt haben.

Bei längerer Trockenheit nicht in Panik verfallen, wenn der Rasen gelb wird — Rasengräser gehen in eine Ruhephase und erholen sich mit dem nächsten Regen vollständig. Ständiges Nachwässern verbraucht unnötig Wasser und schwächt die Gräser. Ein etablierter Rasen hält 3-4 Wochen Trockenheit problemlos aus.

Düngen: Die Sommerdüngung richtig dosieren

Im Juni oder Juli erhält der Rasen seine zweite Düngung des Jahres. Verwende einen speziellen Sommerdünger mit hohem Kalium- und moderatem Stickstoffanteil. Kalium stärkt die Zellwände, verbessert die Trockenresistenz und macht die Gräser widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Reine Stickstoffdünger im Sommer sind tabu — sie treiben weiches, durstiges Wachstum an, das bei Hitze sofort zusammenbricht.

Dünge nur auf feuchtem Boden (nach dem Wässern oder einem Regen) und wässer nach dem Düngen noch einmal leicht ein, um die Granulatkörner aufzulösen und Verbrennungen zu vermeiden. Bei Temperaturen über 25°C gar nicht düngen — die Gefahr von Verbrennungsschäden ist zu hoch. Die Herbstdüngung (kaliumbetont) erfolgt dann im September und bereitet den Rasen auf den Winter vor.

Unkraut im Sommer — Was tun?

Unkräuter wie Löwenzahn, Gänseblümchen und Klee nutzen jede Schwäche des Rasens. Der beste Unkrautbekämpfer ist ein dichter, gesund wachsender Rasen. Bei Hitzestress hat der Rasen gegen robuste Unkräuter keine Chance — die chemische Keule verschlimmert den Stress nur. Deshalb: Im Sommer nur mechanisch Unkraut entfernen (Aushacken mit dem Unkrautstecher) und die Lücke sofort mit Grassamen und etwas Kompost schließen. Nachsäen kannst du den ganzen Sommer über, solange du die Stelle feucht hältst.

Moos und Rasenfilz — Jetzt nicht!

Vertikutieren und Moosentfernung sind Arbeiten für das Frühjahr und den Herbst, niemals für den Sommer. Das Vertikutiergerät reißt Wunden in die Grasnarbe, die bei Sommerhitze und Trockenheit nicht verheilen, sondern austrocknen und zu braunen Narben führen. Moos und Rasenfilz toleriere den Sommer über und packe das Problem im September an, wenn kühlere Temperaturen und höhere Feuchtigkeit die Rasenregeneration begünstigen.

Nach dem Sommer: Die Regenerationskur

War der Sommer hart zu deinem Rasen? Anfang September beginnt die beste Zeit für die Rasenregeneration. Vertikutieren, um Moos und Filz zu entfernen. Kahle Stellen großzügig nachsäen (am besten mit einer auf den Standort abgestimmten Mischung). Eine dünne Schicht gesiebten Komposts (0,5-1 cm) über die nachgesäten Flächen schützt das Saatgut vor Austrocknung und Vogelfraß. Die Herbstdüngung mit Kaliumbetonung und wenig Stickstoff macht die Gräser fit für den Winter.

Der fußballfeste Sommerrasen — Extra-Tipps für starke Nutzung

Wird der Rasen im Sommer stark beansprucht (spielende Kinder, Gartenpartys, Planschbecken), helfen diese Zusatztipps: Nach der Party die platt getretenen Halme mit einem Rechen aufrichten. Planschbecken und Gartenmöbel regelmäßig umstellen — sie hinterlassen sonst gelbe Druckstellen, die sich erst nach Wochen erholen. Spiel- und Sportrasen mit etwas höherem Schnitt und einer robusten Mischung mit hohem Weidelgras-Anteil anlegen — der hält mehr aus und regeneriert schneller.


Sommerrasenpflege ist keine Raketenwissenschaft. Höher mähen, seltener und gründlicher wässern, sommergerecht düngen — und vor allem: Gelassenheit bewahren, wenn der Rasen im August mal nicht aussieht wie ein Golfplatz. Er kommt wieder, versprochen.

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