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Ableger und Kindel: Vegetative Vermehrung einfach erklärt

Deine Pflanze bekommt von ganz allein Nachwuchs? Das ist keine Seltenheit! Viele Zimmerpflanzen bilden selbstständig Ableger und Kindel – kleine Tochterpflanzen, die nur darauf warten, eingetopft zu werden. Die vegetative Vermehrung durch Ableger ist die einfachste und natürlichste Methode der Pflanzenvermehrung.

Was sind Ableger und Kindel?

Ableger sind Seitentriebe, die die Mutterpflanze an der Basis oder an Ausläufern bildet. Kindel sind Miniaturversionen der Mutterpflanze, die direkt an der Mutterpflanze wachsen – oft an den Blatträndern, am Stamm oder an den Wurzeln. Beide sind genetisch identische Klone und können, sobald sie groß genug sind, abgetrennt und selbstständig eingetopft werden.

Pflanzen, die Kindel bilden

Grünlilie (Chlorophytum comosum)

Der Klassiker: Die Grünlilie bildet lange Ausläufer mit kleinen Tochterpflanzen an den Enden. Sobald die Kindel eigene kleine Wurzeln haben (nach 3–4 Wochen), einfach abschneiden und in einen kleinen Topf mit Erde setzen. Fertig!

Bromelien und Ananasgewächse

Bromelien sterben nach der Blüte ab – aber vorher bilden sie mehrere Kindel an der Basis. Warte, bis die Kindel etwa halb so groß sind wie die Mutterpflanze, trenne sie vorsichtig mit einem sauberen Messer ab und topfe sie einzeln ein.

Aloe Vera

Aloe Vera bildet reichlich Wurzelkindel – kleine Aloen, die aus der Erde neben der Mutterpflanze sprießen. Beim Umtopfen kannst du sie leicht von der Mutterpflanze trennen. Wichtig: Die Schnittstelle vor dem Einpflanzen 1–2 Tage antrocknen lassen, sonst droht Fäulnis.

Kakteen und Sukkulenten

Viele Kakteen und Sukkulenten bilden Seitensprosse, die du einfach abdrehen und einpflanzen kannst. Auch hier gilt: Schnittstelle vorher antrocknen lassen! Besonders einfach: Kakteenerde verwenden und erst nach einer Woche das erste Mal leicht gießen.

Bogenhanf (Sansevieria)

Bogenhanf bildet Rhizome – unterirdische Sprossachsen – aus denen neue Blattschöpfe austreiben. Beim Umtopfen die Pflanze teilen und die einzelnen Ableger separat einpflanzen.

Orchideen (Phalaenopsis)

Bei guter Pflege bilden manche Phalaenopsis-Orchideen Kindel am Blütenstängel. Diese sind anfangs winzig und brauchen den Anschluss an die Mutterpflanze. Erst wenn das Kindel mindestens 2–3 eigene Blätter und 3–4 Wurzeln mit mindestens 3 cm Länge hat, kannst du es vorsichtig abtrennen und in Orchideensubstrat setzen.

Ableger durch Absenker

Bei kletternden und rankenden Pflanzen kannst du einen Trieb einfach auf die Erde legen und mit einem kleinen Stein oder Haken fixieren (nicht abschneiden!). Wo der Trieb die Erde berührt, bilden sich nach einigen Wochen Wurzeln. Ist der neue Wurzelballen kräftig genug, trennst du den Trieb von der Mutterpflanze. Gut geeignet für: Efeutute, Philodendron, Efeu.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der beste Zeitpunkt zum Abtrennen von Kindeln und Ablegern ist das Frühjahr, wenn die Hauptwachstumsphase beginnt. Die jungen Pflanzen haben dann die ganze Saison Zeit, kräftige Wurzeln zu bilden. Wichtig: Kindel erst abtrennen, wenn sie mindestens 2–3 eigene Blätter und erste eigene Wurzeln haben!

Pflege nach dem Eintopfen

  • Heller Standort, keine direkte Sonne: Die jungen Pflanzen sind empfindlich.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Eine durchsichtige Tüte über dem Topf schafft ein feuchtes Mikroklima.
  • Erst gießen, wenn die Erde angetrocknet ist: Junge Wurzeln sind staunässe-empfindlich.
  • Kein Dünger in den ersten 6–8 Wochen.

Mit etwas Geduld hast du bald eine ganze Pflanzenfamilie – ganz ohne Kosten!

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