Salat anbauen – Das ganze Jahr über frischen Salat ernten
Salat anbauen – Das ganze Jahr über frischen Salat ernten
Salat (Lactuca sativa) ist das Rückgrat jedes Gemüsegartens. Mit der richtigen Sortenwahl und geschickter Anbauplanung können Sie fast das ganze Jahr über knackigen, frischen Salat aus dem eigenen Garten ernten. Von der klassischen Kopfsalat-Sorte bis zu bunten Pflücksalaten und winterharten Sorten – die Vielfalt ist groß. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Salat erfolgreich anbauen, die richtige Sorte für jede Jahreszeit wählen und typische Probleme vermeiden.
Salatsorten für jede Jahreszeit
- Kopfsalat: Der Klassiker mit festem Kopf. Frühjahrssorten wie ‚Maikönig‘ (Aussaat ab Februar) und Sommersorten wie ‚Laibacher Eis‘ bieten eine lange Ernteperiode.
- Pflücksalat (Lollo Rosso/Bionda): Gekrauste, lockere Köpfe. Einzelne Blätter können von außen nach innen geerntet werden – die Pflanze wächst nach. Ideal für kontinuierliche Ernte.
- Römischer Salat (Romana): Aufrechte, feste Köpfe mit kräftigen Blättern. Hitze- und schossfester als Kopfsalat – perfekt für den Sommer.
- Eichblattsalat: Lockere Rosetten mit eichenblattförmigem Laub. Robust und spät schossend. In roten und grünen Varianten.
- Wintersalate: Zuckerhut, Endivie, Radicchio und Feldsalat – für die Ernte in der kalten Jahreszeit.
- Asia-Salate: Schnellwüchsige Sorten wie Mizuna oder Pak Choi – in nur 4–6 Wochen erntereif.
Standort und Boden
Salat wächst am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Im Hochsommer ist leichter Schatten sogar vorteilhaft, da zu viel Hitze das Schossen (vorzeitige Blütenbildung) fördert. Der Boden sollte humusreich, locker und gut wasserdurchlässig sein. Vor der Pflanzung Kompost oder gut verrotteten Mist einarbeiten.
Salat hat keine hohen Ansprüche an die Fruchtfolge, sollte aber nicht nach anderen Korbblütlern wie Endivie oder Chicorée angebaut werden. Gute Nachbarn sind Erdbeeren, Radieschen, Kohlrabi, Zwiebeln und Möhren.
Aussaat und Pflanzung – im Rhythmus der Jahreszeiten
Für eine kontinuierliche Ernte säen oder pflanzen Sie alle 2–4 Wochen nach:
- Frühjahr (Februar–März): Frühsorten im Frühbeet, Folientunnel oder auf der Fensterbank vorziehen. Ins Freiland ab März/April.
- Frühsommer (April–Mai): Sommersorten direkt ins Beet säen. Saattiefe nur 0,5 cm – Salat ist ein Lichtkeimer!
- Spätsommer (August–September): Wintersalate und robuste Kopfsalate für die Herbsternte.
- Winter (Oktober–März): Feldsalat, Zuckerhut und Radicchio unter Vlies und im Frühbeet ernten.
Direktsaat: Samen dünn in Rillen säen, leicht andrücken und feucht halten. Nach dem Auflaufen auf 20–30 cm vereinzeln. Vorgezogene Setzlinge entsprechend dem empfohlenen Pflanzabstand der Sorte setzen.
Pflege während der Wachstumsphase
Salat benötigt gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Trockenstress führt zu zähen, bitteren Blättern und fördert das Schossen. Besonders in der Keimphase und bei Jungpflanzen nie austrocknen lassen. Gießen Sie möglichst morgens und bodennah.
Salat ist ein Schwach- bis Mittelzehrer. Eine einzige Kompostgabe vor der Pflanzung reicht meist. Überdüngung mit Stickstoff führt zu übermäßiger Nitratanreicherung in den Blättern.
Hacken Sie regelmäßig zwischen den Reihen, um den Boden zu lockern und Unkraut zu unterdrücken. Mulchen mit Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit und reduziert den Hackaufwand.
Schädlinge und Krankheiten
- Schnecken: Der größte Feind des Salats. Vorbeugung: Schneckenkragen, Schneckenzaun und abends gießen (statt morgens). Bei starkem Befall biologisches Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis anwenden.
- Blattläuse: Besonders an jungen Blättern. Mit Wasser abspritzen oder mit Schmierseifenlösung behandeln.
- Falscher Mehltau: Gelbe Flecken auf der Blattoberseite, grauer Belag auf der Unterseite. Vorbeugung: luftige Pflanzabstände und trockene Blätter.
- Salatfäule: Nasse Blätter und zu enger Stand begünstigen Fäulnis. Gute Drainage und Luftzirkulation sind die beste Vorbeugung.
Ernte: Zur richtigen Zeit schneiden
Kopfsalat ist erntereif, wenn die Köpfe fest und ausreichend groß sind, aber bevor sich der Spross zu strecken beginnt. Schneiden Sie den ganzen Kopf knapp über dem Boden mit einem scharfen Messer ab – am besten morgens, dann sind die Blätter am knackigsten.
Pflücksalat wird blattweise von außen nach innen geerntet. Das Herz bleibt stehen und treibt nach. So können Sie über Wochen ernten.
Schnell und in jungen Jahren ernten: Je länger Salat steht, desto bitterer und härter werden die Blätter. Ab April/Mai bis Oktober/November können Sie aus eigenem Anbau ernten – mit Wintersorten sogar bis in den Februar hinein.