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Zimmerpflanzen richtig gießen – Diese Fehler solltest du vermeiden

Mehr Zimmerpflanzen sterben an falschem Gießen als an jeder anderen einzelnen Ursache – meist durch zu viel, nicht durch zu wenig Wasser. Die gute Nachricht: Richtiges Gießen ist ganz einfach, sobald man versteht, was Wurzeln wirklich brauchen – nämlich genauso viel Sauerstoff wie Wasser. Hier erfährst du, wie richtiges Gießen funktioniert und welche Fehler Pflanzen still und leise über Wochen oder Monate hinweg umbringen.

Vor dem Gießen die Erde prüfen

Verzichte auf einen festen Gießplan. Steck stattdessen einen Finger etwa fünf Zentimeter tief in die Erde (oder benutze einen Holzstäbchen-Test) und gieße nur, wenn er trocken herauskommt. Der Wasserbedarf unterscheidet sich stark je nach Pflanzenart, Topfgröße, Licht, Luftfeuchtigkeit und Jahreszeit – wer „jeden Sonntag“ gießt, rät nur und liegt früher oder später in die eine oder andere Richtung daneben.

Gründlich gießen, dann abtropfen lassen

Wenn du gießt, dann großzügig, bis Wasser frei aus den Abzugslöchern läuft. So werden angesammelte Mineralsalze aus dem Dünger ausgespült, und die Feuchtigkeit erreicht den gesamten Wurzelballen statt nur die oberste Schicht. Ein kurzes Anfeuchten der Oberfläche befeuchtet nur den obersten Zentimeter der Erde und verleitet die Wurzeln dazu, flach und schwach zu bleiben, statt tiefer in Richtung verfügbarer Feuchtigkeit zu wachsen.

Den Übertopf immer leeren

Lass einen Topf niemals im stehenden Wasser stehen. Wurzeln, die dauerhaft im Wasser stehen, bekommen keinen Sauerstoff mehr und beginnen innerhalb weniger Tage zu faulen – einer der häufigsten Gründe, warum gut gemeinte Pflege Pflanzen umbringt. Leere Untersetzer und Übertöpfe etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten nach dem Gießen.

Häufige Gießfehler

  • Gießen nach festem Kalender statt nach tatsächlicher Bodenfeuchtigkeit – die häufigste Ursache für sowohl Über- als auch Unterversorgung mit Wasser.
  • Häufiges, aber oberflächliches Gießen, das die unteren Wurzeln nie erreicht, sodass die Pflanze chronisch durstig bleibt, obwohl die Oberfläche feucht wirkt.
  • Töpfe im wassergefüllten Untersetzer stehen lassen, was die Wurzeln erstickt und zu Wurzelfäule führt.
  • Die Blätter behaarter Pflanzen benetzen, etwa bei der Usambaraveilchen – das kann zu hässlichen Flecken oder Pilzbefall führen; hier besser direkt am Wurzelbereich oder von unten gießen.
  • Töpfe ohne Abzugsloch verwenden – überschüssiges Wasser kann nirgendwo hin und sammelt sich um die Wurzeln.
  • Jahreszeitliche Veränderungen ignorieren – die meisten Zimmerpflanzen brauchen im Winter, wenn das Wachstum ruht und weniger Licht vorhanden ist, deutlich weniger Wasser, und in der aktiven Wachstumsphase im Frühling und Sommer entsprechend mehr.

An Jahreszeit und Pflanze anpassen

Eine Pflanze in einem hellen, warmen Raum trocknet im Sommer viel schneller aus als dieselbe Pflanze im Winter an einem kühlen, schattigen Platz. Sukkulenten und Kakteen wollen zwischen den Wassergaben fast vollständig austrocknen, während Farne und Einblatt gleichmäßig feuchte, aber nicht nasse Erde bevorzugen. Die Vorlieben jeder einzelnen Pflanze zu kennen, statt eine Regel für alle anzuwenden, ist der eigentliche Schlüssel zum richtigen Gießen.

Wenn du nicht sicher bist, ob eine kränkelnde Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser bekommen hat, prüfe zuerst die Erde: Nasse, muffig riechende Erde mit gelben Blättern deutet auf zu viel Wasser und möglicherweise Wurzelfäule hin, während staubtrockene Erde mit knusprigen, sich einrollenden Blättern auf Wassermangel hindeutet. Erst die richtige Diagnose zu stellen, bevor man handelt, rettet die Pflanze wirklich.

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