Spezialsubstrate für Orchideen, Kakteen und Co.
Nicht jede Pflanze gedeiht in gewöhnlicher Blumenerde. Viele beliebte Zimmerpflanzen haben spezifische Ansprüche an ihr Substrat, die sich aus ihren natürlichen Lebensräumen ableiten. Orchideen wachsen in der Natur als Aufsitzerpflanzen auf Bäumen, Kakteen in Wüsten und Halbwüsten, und fleischfressende Pflanzen in nährstoffarmen Mooren. Mit der richtigen Spezialerde lassen sich diese Bedingungen im Topf nachahmen.
Orchideensubstrat ist kein Substrat im klassischen Sinn, sondern ein strukturstabiles Gerüst aus groben Rindenstücken, Kokosfasern und manchmal Holzkohlestücken. Die grobe Struktur sorgt dafür, dass Luft an die stark atmungsbedürftigen Orchideenwurzeln gelangt. Normale Blumenerde würde die Wurzeln innerhalb weniger Wochen ersticken. Phalaenopsis-Orchideen, die im Handel dominieren, benötigen ein besonders grobes, schnell abtrocknendes Substrat. Nach zwei bis drei Jahren zersetzt sich die Rinde und muss ersetzt werden.
Kakteen- und Sukkulentenerde zeichnet sich durch einen hohen mineralischen Anteil aus. Eine gute Mischung enthält 40 bis 60 Prozent mineralische Komponenten wie Bims, Lavagrus, Quarzsand oder gebrochenen Blähton, ergänzt durch humusarme, torffreie Gartenerde oder Kokosmark. Der hohe Sand- und Steinanteil lässt Wasser schnell ablaufen und simuliert den durchlässigen Boden arider Regionen. Kakteen, die im Winter trocken und kühl überwintert werden, überstehen die Ruhephase in diesem Substrat problemlos.
Fleischfressende Pflanzen wie Venusfliegenfalle und Sonnentau benötigen ein völlig anderes Milieu: sauer, nährstofffrei und dauerfeucht. Ihr Substrat besteht in der Regel aus Weißtorf und Quarzsand. In torffreien Mischungen werden Kokosfasern mit Perlit kombiniert. Gedüngt wird hier nicht, denn die Pflanzen holen sich ihre Nährstoffe aus gefangenen Insekten. Auch Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren brauchen saure Moorbeeterde mit niedrigem pH-Wert.