Pflanzen düngen mit Hausmitteln: Kaffeesatz, Eierschalen und Co.
Pflanzen düngen mit Hausmitteln: Kaffeesatz, Eierschalen und Co.
Du musst nicht immer teuren Speziald??nger kaufen. In fast jeder K??che finden sich nat??rliche Düngemittel, die deine Pflanzen mit wichtigen N??hrstoffen versorgen. Kaffeesatz, Eierschalen, Bananenschalen und sogar das Kochwasser vom Gem??se k??nnen echte Wundermittel sein. In diesem Artikel zeige ich dir die besten Hausmittel zum Pflanzendüngen und erkl??re, worauf du achten musst.
## Kaffeesatz: Das schwarze Gold für Pflanzen
Kaffeesatz ist der Star unter den Hausmitteln. Er enth?Ölt Stickstoff, Phosphor und Kalium ??? die drei Hauptn??hrstoffe ??? sowie wertvolle Spurenelemente. Der Stickstoffgehalt liegt bei etwa zwei Prozent, was Kaffeesatz zu einem milden, aber effektiven Dünger macht.
Wichtig: Verwende nur kalten, trockenen Kaffeesatz. Feuchter Kaffeesatz schimmelt schnell und kann die Erde unangenehm riechen lassen. Breite den Kaffeesatz auf einem Teller oder Backblech aus und lass ihn vollst??ndig trocknen, bevor du ihn verwendest.
Getrockneten Kaffeesatz arbeitest du oberfl??chlich in die Erde ein ??? etwa ein bis zwei Essl??ffel pro Pflanze, je nach Topfgröße. Nicht übertreiben: Zu viel Kaffeesatz kann die Erde versauern, da Kaffee organische S??uren enth?Ölt.
Kaffeesatz eignet sich besonders gut für Pflanzen, die leicht saure Erde m??gen: Rhododendren, Hortensien, Azaleen, Farne und die meisten tropischen Zimmerpflanzen. F??r kalkliebende Pflanzen wie Lavendel oder mediterrane Kr??uter ist Kaffeesatz dagegen weniger geeignet.
Ein praktischer Nebeneffekt: Kaffeesatz h?Ölt Schnecken und Ameisen fern und verbessert die Bodenstruktur, indem er Regenw??rmer und Mikroorganismen anlockt. In der Wohnung ist dieser Effekt nat??rlich begrenzt, aber in K??beln auf Balkon oder Terrasse macht sich das positiv bemerkbar.
## Eierschalen: Kalk und Mineralstoffe
Eierschalen bestehen zu über 90 Prozent aus Calciumcarbonat ??? also Kalk. Daneben enthalten sie wertvolle Spurenelemente wie Magnesium und Phosphor. F??r Pflanzen ist Calcium essenziell: Es stabilisiert die Zellw??nde, fürdert das Wurzelwachstum und beugt der gefürchteten Bl??tenendf??ule bei Tomaten und Paprika vor.
Die Zubereitung ist simpel: Eierschalen gr??ndlich aussp?Ölen, trocknen lassen und dann fein zermahlen ??? je feiner, desto besser. Ein M??rser oder eine alte Kaffeem??hle leisten gute Dienste. Grobe St??cke zersetzen sich zu langsam und bringen kaum Effekt.
Das Eierschalen-Pulver in die oberste Erdschicht einarbeiten oder dem Gie??wasser beimischen. Die Dosierung: etwa ein Teel??ffel Pulver pro Liter Erde. F??r K??belpflanzen auf dem Balkon kannst du auch ganze, zerkleinerte Eierschalen in das Pflanzloch geben.
Eierschalen sind ideal für alle Pflanzen, die einen h??heren pH-Wert m??gen: mediterrane Kr??uter, Lavendel, Geranien und viele Gem??sepflanzen. F??r Moorbeetpflanzen und s??ureliebende Pflanzen sind sie dagegen kontraproduktiv.
## Bananenschalen: Kalium-Boost aus der Obstschale
Bananenschalen sind reich an Kalium ??? dem N??hrstoff, der für kräftige Zellw??nde, Bl??tenbildung und Krankheitsresistenz sorgt. Auch Phosphor und Magnesium sind in nennenswerten Mengen enthalten.
Es gibt zwei bew??hrte Methoden, Bananenschalen als Dünger einzusetzen:
Die erste Methode: Bananenschalen in kleine St??cke schneiden, trocknen und zermahlen. Das Pulver in die Erde einarbeiten. Die Trocknung verhindert Schimmelbildung und macht die N??hrstoffe besser verf??gbar.
Die zweite Methode: Bananenschalen-Tee. übergie??e die Schalen einer Bio-Banane mit einem Liter kochendem Wasser und lass den Sud über Nacht ziehen. Abgeseiht und verd??nnt ist das ein hervorragender Kalium-Flüssigdünger für bl??hende Pflanzen.
Besonders profitieren bl??hende Zimmerpflanzen wie Orchideen, Friedenslilien und Usambaraveilchen von der Bananend??ngung. Auch Rosen im K??bel danken einen gelegentlichen Bananenschalen-Sud mit ??ppiger Bl??te.
## Kartoffel- und Gem??sekochwasser
Das Kochwasser von Kartoffeln, Gem??se und sogar Nudeln enth?Ölt ausgelaugte Mineralstoffe und Spurenelemente. Statt es in den Abfluss zu kippen, kannst du es nach dem Abk??hlen als Gie??wasser verwenden.
Wichtig: Das Wasser darf nicht gesalzen sein! Salz sch??digt die Pflanzenwurzeln und kann innerhalb weniger Tage zum Absterben der Pflanze f??hren. Auch ?Öl oder Fett haben im Gie??wasser nichts zu suchen.
Kartoffelwasser ist besonders kaliumreich, Gem??sebr??he enth?Ölt je nach Gem??sesorte verschiedene Mineralstoffe. Das abgek??hlte Kochwasser unverd??nnt verwenden ??? die N??hrstoffkonzentration ist so gering, dass eine überd??ngung ausgeschlossen ist.
## Holzasche: Vorsicht, stark alkalisch!
Holzasche von unbehandeltem Holz enth?Ölt reichlich Kalium und Calcium. Sie ist ein potenter Dünger, aber mit Vorsicht zu genie??en: Asche ist stark alkalisch und kann den pH-Wert der Erde drastisch erh??hen.
Verwende nur Asche von unbehandeltem, naturbelassenem Holz. Grillkohle, lackiertes Holz oder bedrucktes Papier enthalten Schadstoffe, die du nicht in deiner Blumenerde haben willst.
Die Dosierung ist entscheidend: Maximal 30 Gramm Holzasche pro Quadratmeter, also etwa ein geh??ufter Essl??ffel für einen großen K??bel. Zu viel Asche f??hrt zu N??hrstoffblockaden, weil die hohen pH-Werte andere N??hrstoffe unl??slich machen.
Holzasche eignet sich für stark zehrende Pflanzen wie Tomaten oder Rosen im K??bel. F??r s??ureliebende Pflanzen und die meisten Zimmerpflanzen ist sie nicht geeignet.
## Gr??nschnitt und Brennnesseljauche
Brennnesseljauche ist der Klassiker unter den selbst gemachten Pflanzend??ngern ??? allerdings eher für den Garten als für die Wohnung, denn die Jauche riecht streng.
F??r die Herstellung übergie??t du frische Brennnesseln mit Wasser und l??sst das Ganze etwa zwei Wochen stehen, bis keine Blasen mehr aufsteigen. Die fertige Jauche wird im Verh?Öltnis 1:10 mit Wasser verd??nnt. Sie ist extrem stickstoffreich und eignet sich für Starkzehrer.
F??r die Wohnung ist die geruchs??rmere Variante der Kaltauszug: Brennnesseln über Nacht in kaltem Wasser einweichen, abseihen und unverd??nnt gießen. Der Geruch verfliegt nach kurzer Zeit, und die N??hrstoffversorgung ist milder, aber immer noch wirksam.
## Dosierung und H??ufigkeit
Hausmittel wirken langsamer als mineralische Dünger, weil die N??hrstoffe erst durch Mikroorganismen aufgeschlossen werden müssen. Das ist ein Vorteil ??? überd??ngung ist bei Hausmitteln praktisch ausgeschlossen, solange du nicht ma?Ölos übertreibst.
Als Faustregel gilt: Alle zwei bis vier Wochen w??hrend der Wachstumsphase von M??rz bis September. Im Winter brauchen die meisten Zimmerpflanzen ohnehin keinen oder nur sehr wenig Dünger.
Kombiniere verschiedene Hausmittel, um eine ausgewogene N??hrstoffversorgung zu erreichen. Kaffeesatz liefert Stickstoff, Bananenschalen Kalium, Eierschalen Calcium. Im w??chentlichen Wechsel bekommen deine Pflanzen alles, was sie brauchen.
## Fazit
Hausmittel sind eine wunderbare, nachhaltige und nahezu kostenlose Alternative zu Industried??ngern. Sie schonen den Geldbeutel und die Umwelt. Allerdings ersetzen sie bei anspruchsvollen Pflanzen nicht immer einen hochwertigen Volld??nger mit definierten NPK-Werten und allen Spurenelementen.
F??r die Grundversorgung robuster Zimmerpflanzen sind sie aber allemal ausreichend ??? und die Freude, seine Pflanzen mit den Resten des Fr??hst??cks zu düngen, hat auch etwas Befriedigendes.
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