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Wilder Wein (Parthenocissus) – Herbstfärbung und Fassadenbegrünung

Wilder Wein (Parthenocissus) – Spektakuläre Herbstfärbung für Hauswände und Pergolen

Wilder Wein (Parthenocissus) ist eine der eindrucksvollsten Kletterpflanzen für Fassaden, Mauern und Pergolen. Seine wahre Größe zeigt er im Herbst, wenn sich das gesamte Laub in ein spektakuläres Farbenmeer aus leuchtendem Rot, Orange und Scharlachrot verwandelt. Keine andere Kletterpflanze bietet eine so intensive Herbstfärbung.

Die Gattung Parthenocissus umfasst mehrere Arten, von denen zwei in unseren Gärten besonders verbreitet sind: der Selbstkletternde Wein (Parthenocissus quinquefolia, auch Fünfblättriger Wilder Wein) und die Dreispitzige Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata), die etwas kleinere, dreilappige Blätter und noch stärkere Haftscheiben ausbildet.

Kletterweise und Fassadeneignung

Wilder Wein ist ein Selbstklimmer mit Haftscheiben. Diese kleinen, tellerförmigen Organe an den Rankenenden haften auf nahezu jeder rauen Oberfläche – Mauerwerk, Putz, Beton, Naturstein und Rinde. Anders als Efeu dringen die Haftwurzeln nicht in die Bausubstanz ein und verursachen bei intakten Fassaden keine Schäden. Trotzdem sollte Wilder Wein nicht an bereits beschädigte oder rissige Wände gepflanzt werden, da die Ranken in vorhandene Spalten eindringen können.

Glatte Flächen, Holzfassaden und Wärmedämmverbundsysteme sind für Wilden Wein ungeeignet – die Haftscheiben finden dort keinen Halt, und das Gewicht der Pflanze kann die Dämmung beschädigen.

Standort und Boden

Wilder Wein ist ausgesprochen anpassungsfähig. Er gedeiht in voller Sonne ebenso wie im Halbschatten und sogar im Schatten. Allerdings ist die spektakuläre Herbstfärbung umso intensiver, je mehr Sonne die Pflanze bekommt. Der Boden sollte humos, durchlässig und frisch sein. Schwere Tonböden werden mit Sand und Kompost verbessert.

Die Pflanzung erfolgt im Frühjahr oder Herbst mit einem Abstand von etwa 50 Zentimetern zur Wand. Pro Quadratmeter Fassade reicht eine Pflanze – sie wird genug wachsen.

Wuchsstärke und Kontrolle

Wilder Wein ist enorm wüchsig. Je nach Art und Standort erreicht er Jahrestriebe von einem bis zwei Metern und eine Gesamthöhe von 15 bis 20 Metern. Diese Wuchskraft ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits begrünt er große Flächen in kürzester Zeit, andererseits muss er konsequent in Schach gehalten werden.

Ein jährlicher Rückschnitt ist Pflicht: Im Sommer (Juli/August) und bei Bedarf im Winter werden zu lange Triebe eingekürzt. Dachrinnen, Fenster und Dachüberstände müssen freigehalten werden. Die Triebe in Reichweite von Fallrohren unbedingt entfernen – sie können Rohre eindrücken!

Die schönsten Arten und Sorten

  • Parthenocissus quinquefolia: Der klassische Wilde Wein mit fünfteiligen Blättern. Sehr frosthart und anspruchslos. Herbstfärbung: leuchtend rot.
  • Parthenocissus tricuspidata Veitchii: Die beliebteste Sorte für Fassaden. Kleine, dreilappige Blätter, die sich dicht an die Wand schmiegen. Herbstfärbung: scharlachrot.
  • Parthenocissus quinquefolia Engelmannii: Etwas kleinblättrigere Sorte mit besonders dichter Belaubung. Haftet weniger stark – besser für empfindliche Fassaden geeignet.

Ökologischer Wert

Wilder Wein ist ökologisch wertvoll: Die unscheinbaren grünlichen Blüten im Juni/Juli bieten Bienen und Schwebfliegen Nahrung. Die kleinen, blauschwarzen Beeren im Herbst sind bei Vögeln sehr beliebt. Allerdings sind die Beeren für Menschen ungenießbar und schwach giftig. Das dichte Blattwerk bietet zudem Nistplätze für Vögel und Unterschlupf für Insekten.

Fazit: Herbstfeuerwerk an der Hauswand

Wilder Wein ist die perfekte Kletterpflanze für alle, die große Flächen schnell und dauerhaft begrünen wollen und die spektakuläre Herbstfärbung lieben. Mit seiner enormen Wuchskraft, der genialen Selbstklettertechnik und der atemberaubenden Herbstfärbung ist er unschlagbar – vorausgesetzt, man hält ihn mit regelmäßigem Schnitt im Zaum.

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