Rittersporn (Delphinium)

Rittersporn pflanzen und pflegen – Delphinium Ratgeber für majestätische Blütenkerzen

Rittersporn – Der majestätische Gartenstar

Der Rittersporn (Delphinium) zählt zu den eindrucksvollsten Stauden des Bauerngartens. Mit seinen hoch aufragenden Blütenkerzen in leuchtenden Blau-, Violett-, Rosa- und Weißtönen verleiht er jedem Beet eine vertikale Dramatik, die ihresgleichen sucht. Die Pflanze, deren Name sich von der ritterhelmartigen Form der Blüten ableitet, kann je nach Art und Sorte Höhen von 30 Zentimetern bis zu beeindruckenden zwei Metern erreichen.

Die Gattung umfasst weltweit etwa 300 bis 400 Arten, von denen vor allem die Hybriden in unseren Gärten kultiviert werden. Besonders die Elatum-Hybriden (Hoher Rittersporn) und die Belladonna-Hybriden sind in mitteleuropäischen Gärten weit verbreitet.

Standort und Boden – das A und O für prachtvollen Rittersporn

Rittersporn ist ein echter Sonnenanbeter. Für optimales Wachstum benötigt er einen vollsonnigen, warmen Standort. Halbschattige Plätze werden zwar toleriert, führen aber zu weniger üppiger Blüte und labileren Stängeln. Windgeschützte Standorte sind besonders für die hohen Sorten wichtig – eine Stütze ist bei Windlage unerlässlich.

Der Boden sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Tiefgründig und humusreich: Der Rittersporn wurzelt tief und benötigt einen gut durchwurzelbaren Boden.
  • Nährstoffreich: Als Starkzehrer braucht er viel Nahrung – magere Böden führen zu kümmerlichem Wuchs.
  • Lehmig-frisch: Der Boden sollte Wasser gut speichern, aber nicht staunässegefährdet sein.
  • Kalkhaltig: Ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 ist ideal.

Rittersporn richtig pflanzen und pflegen

Die beste Pflanzzeit für Rittersporn ist das Frühjahr, etwa von März bis Mai. Der Pflanzabstand sollte je nach Sorte 40 bis 60 Zentimeter betragen. Vor der Pflanzung wird das Beet großzügig mit Kompost oder gut verrottetem Stallmist vorbereitet – der Rittersporn dankt es mit kräftigem Wachstum.

Die Pflege des Rittersporns ist anspruchsvoll, aber lohnend:

Düngung

Als Starkzehrer benötigt der Rittersporn eine regelmäßige Nährstoffversorgung. Drei Gaben pro Saison haben sich bewährt:

  • Frühjahr (März): Organischer Volldünger oder Kompost zum Austrieb
  • Vor der Blüte (Mai): Kaliumbetonter Dünger für kräftige Blütenstiele
  • Nach der ersten Blüte (Juli): Eine dritte Gabe zur Förderung der Nachblüte

Wässern

Rittersporn benötigt gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Besonders während der Blütezeit und bei Trockenheit muss ausreichend gegossen werden – am besten morgens und direkt an den Wurzelbereich, da Nässe auf den Blättern Mehltau begünstigen kann.

Rückschnitt und Nachblüte

Ein radikaler Rückschnitt nach der ersten Blüte im Juli auf etwa 15 Zentimeter Höhe regt eine zweite, wenn auch etwas schwächere Blüte im September an. Dazu gibt man nach dem Schnitt eine flüssige Volldüngergabe. Im Herbst wird die Pflanze bodennah zurückgeschnitten.

Die schönsten Rittersporn-Sorten im überblick

Die Sortenvielfalt macht die Wahl nicht leicht. Hier einige besonders empfehlenswerte Sorten:

  • Elatum-Hybride ‚Finsteraarhorn‘: Tiefes, samtiges Dunkelblau mit weißem Auge. Eine der dunkelsten blauen Stauden überhaupt. Wuchshöhe: bis 180 cm.
  • Elatum-Hybride ‚Völkerfrieden‘: Zartes Himmelblau mit dunkler Biene. Eine klassische Sorte aus der Karl-Foerster-Züchtung. Höhe: 150–180 cm.
  • Belladonna-Hybride ‚Bellamosum‘: Leuchtendes Ultramarinblau. Kompakter Wuchs, ideal für kleinere Gärten. Höhe: 80–100 cm.
  • Pacific-Hybride ‚Galahad‘: Reinweiße Blütenkerzen mit makelloser Erscheinung. Höhe: 140–160 cm.
  • Delphinium grandiflorum ‚Blue Butterfly‘: Niedrige Art mit leuchtend blauen Einzelblüten. Perfekt für den Beetvordergrund. Höhe: 30–40 cm.

Krankheiten und Schädlinge beim Rittersporn

Rittersporn ist leider etwas anfälliger als viele andere Stauden:

  • Echter Mehltau: Weißer, mehliger Belag auf den Blättern, besonders bei Trockenheit und warmen Temperaturen. Vorbeugung durch ausreichende Bewässerung und luftigen Stand. Behandlung mit Netzschwefel oder Milch-Wasser-Gemisch.
  • Schnecken: Besonders junge Triebe sind im Frühjahr durch Schneckenfraß gefährdet. Schneckenkorn, Schneckenzäune oder Bierfallen helfen.
  • Rittersporn-Blattlaus: Spezifische Blattlausart, die Deformationen verursacht. Mit Schmierseifenlösung oder Neemöl behandelbar.
  • Bakterielle Blattflecken: Schwarzbraune Flecken auf den Blättern. Befallene Pflanzenteile entfernen, Staunässe vermeiden.

Rittersporn vermehren

Rittersporn kann auf verschiedene Weise vermehrt werden:

  • Aussaat: Samen keimen bei 15–18 °C innerhalb von zwei bis drei Wochen. Die Aussaat erfolgt im März unter Glas oder im Mai direkt ins Freiland. Beachten: Hybride fallen nicht sortenecht.
  • Teilung: Im Frühjahr können ältere Pflanzen geteilt werden. Jedes Teilstück sollte mindestens zwei bis drei Triebe haben.
  • Stecklinge: Im Frühjahr können Basalstecklinge (junge Bodentriebe) geschnitten und in sandigem Substrat bewurzelt werden.

Giftigkeit – Vorsicht ist geboten

Ein wichtiger Hinweis: Alle Teile des Rittersporns, besonders die Samen, sind stark giftig. Die Pflanze enthält Alkaloide, die bei Verzehr zu Herzrhythmusstörungen, Atemlähmungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Besondere Vorsicht ist in Gärten mit Kindern und Haustieren geboten. Tragen Sie bei der Pflege Handschuhe und waschen Sie nach der Gartenarbeit gründlich die Hände.

Fazit: Für wen eignet sich der Rittersporn?

Der Rittersporn ist keine Pflanze für den pflegeleichten Garten, aber für ambitionierte Gärtner gehört er zu den lohnendsten Stauden überhaupt. Seine majestätische Erscheinung, die intensive Farbpalette und die Möglichkeit einer zweiten Blüte im Herbst machen ihn zur unverzichtbaren Staude im klassischen Bauerngarten und im Cottage-Garten-Stil. Wer den Pflegeaufwand nicht scheut, wird mit einer Blütenpracht belohnt, die im Garten ihresgleichen sucht.

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