Pilzkrankheiten an Pflanzen

Pilzkrankheiten an Pflanzen: Mehltau, Wurzelfäule und Co. erkennen und behandeln

Neben Schädlingen wie Blattläusen und Spinnmilben gibt es eine zweite große Bedrohung für Zimmerpflanzen: Pilzkrankheiten. Mehltau, Wurzelfäule und Blattfleckenkrankheiten können deine Pflanzen innerhalb kürzester Zeit schwer schädigen. In diesem Artikel erfährst du, wie du die häufigsten Pilzkrankheiten erkennst und was du dagegen tun kannst.

Echter Mehltau: Wenn Blätter weiß bepudert sind

Echter Mehltau ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten und leicht zu erkennen: Ein weißer, mehliger Belag auf den Blättern, der sich abwischen lässt. Anders als der Name vermuten lässt, mag der Echte Mehltau es warm und trocken – er wird auch „Schönwetterpilz“ genannt.

Anfällige Pflanzen: Rosen, Gurken, Zucchini, aber auch Zimmerpflanzen wie Begonien und Usambaraveilchen.

Bekämpfung mit Hausmitteln:

  • Milch-Wasser-Mischung: 1 Teil frische Vollmilch mit 8 Teilen Wasser mischen und die Pflanze alle 2–3 Tage einsprühen. Die enthaltenen Milchsäurebakterien bekämpfen den Pilz.
  • Backpulver-Lösung: 1 Teelöffel Backpulver (Natron) in 1 Liter Wasser auflösen, einen Spritzer Spülmittel dazu. Die alkalische Lösung zerstört die Pilzzellen.
  • Knoblauch-Sud: 2 zerdrückte Knoblauchzehen in 1 Liter Wasser 24 Stunden ziehen lassen, abseihen und auf die Pflanze sprühen.

Falscher Mehltau: Der heimtückische Bruder

Falscher Mehltau zeigt sich als grau-violetter Pilzrasen auf der Blattunterseite, während die Blattoberseite gelbe Flecken aufweist. Anders als der Echte Mehltau liebt er Feuchtigkeit und kühle Temperaturen.

Bekämpfung: Befallene Blätter sofort entfernen (im Restmüll entsorgen!). Luftzirkulation verbessern, die Pflanze nicht von oben gießen. Bei starkem Befall helfen nur noch Fungizide aus dem Fachhandel.

Wurzelfäule: Der stille Killer

Wurzelfäule wird von verschiedenen Bodenpilzen verursacht und ist besonders heimtückisch, weil die Symptome erst sichtbar werden, wenn es fast zu spät ist. Ursache ist fast immer Staunässe – zu häufiges Gießen, schlechte Drainage oder Übertöpfe ohne Wasserablauf.

Symptome:

  • Welke, schlaffe Blätter – obwohl die Erde feucht ist (das verwirrt viele!)
  • Gelbe, abfallende Blätter
  • Weiche, matschige Stängelbasis
  • Modriger, fauliger Geruch aus der Erde
  • Braune, matschige Wurzeln beim Austopfen

Notfallmaßnahme:

  1. Pflanze sofort austopfen und alle faulen, braunen Wurzeln mit einer sauberen Schere abschneiden.
  2. Wurzelballen vorsichtig unter lauwarmem Wasser abspülen.
  3. In frische, trockene Erde und einen sauberen Topf mit guter Drainage setzen.
  4. Die erste Woche NICHT gießen – die Wurzeln müssen erst abtrocknen und heilen.
  5. Zur Vorbeugung: Eine Drainageschicht aus Blähton am Topfboden einfüllen.

Blattfleckenkrankheit: Braune Punkte mit gelbem Hof

Kleine braune oder schwarze Flecken auf den Blättern, oft umgeben von einem gelben Hof – das ist die typische Blattfleckenkrankheit. Sie wird von verschiedenen Pilzen und Bakterien verursacht und tritt besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit auf.

Bekämpfung:

  • Befallene Blätter sofort entfernen und entsorgen.
  • Nicht von oben gießen – nasse Blätter fördern die Ausbreitung.
  • Die Pflanze nicht zu dicht stellen – gute Luftzirkulation beugt vor.
  • Fungizide aus dem Fachhandel helfen bei hartnäckigem Befall.

Grauschimmel (Botrytis): Flaumiger Belag

Grauschimmel zeigt sich als grauer, flaumiger Belag auf Blättern, Blüten und Stängeln. Er tritt besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Belüftung auf – typisch für zu dicht stehende Pflanzen oder überwinternde Kübelpflanzen im Keller.

Bekämpfung: Befallene Pflanzenteile sofort entfernen, Luftzirkulation verbessern, Luftfeuchtigkeit senken.

Allgemeine Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten

  • Nicht von oben gießen – Wasser auf den Blättern begünstigt Pilze.
  • Gute Drainage und keine Staunässe.
  • Ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen für gute Luftzirkulation.
  • Regelmäßig abgestorbene Blätter entfernen.
  • Nur gesundes, desinfiziertes Werkzeug verwenden.
  • Kranke Pflanzenteile immer im Restmüll entsorgen, nie auf den Kompost!

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