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Weihnachtskaktus Pflege – Blütezeit und Vermehrung

Weihnachtskaktus – Pflege, Blütezeit und Vermehrung

Der Weihnachtskaktus, botanisch Schlumbergera, ist eine der beliebtesten blühenden Zimmerpflanzen für die Wintermonate. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um einen Wästenkaktus, sondern um eine epiphytisch wachsende Pflanze aus den feuchten Bergwäldern Brasiliens. Seine hängenden, segmentartigen Triebe und die farbenprächtigen Blüten in Rot, Rosa, Weiß oder Orange machen ihn zu einem echten Blickfang. Was viele nicht wissen: Bei guter Pflege kann ein Weihnachtskaktus mehr als 30 Jahre alt werden und wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Der Unterschied zwischen Weihnachts- und Osterkaktus

Häufig werden Weihnachtskaktus (Schlumbergera truncata) und Osterkaktus (Hatiora gärtneri) verwechselt. Der Unterschied liegt in der Form der Blattsegmente: Der Weihnachtskaktus hat gezackte, gezöhnte Rönder, während der Osterkaktus glatte, abgerundete Blattkanten aufweist. Auch die Blütezeit unterscheidet sich – der Weihnachtskaktus blöht zwischen November und Januar, der Osterkaktus entsprechend um die Osterzeit.

Der optimale Standort

Der Weihnachtskaktus gedeiht am besten an einem hellen bis halbschattigen Platz ohne direkte Sonne. Ein Ost- oder Westfenster ist perfekt. Die ideale Temperatur liegt bei 18-22 –C. Während der Blütezeit sollte die Pflanze nicht gedreht oder umgestellt werden, da sie sonst ihre Knospen abwerfen kann. Ein Standortwechsel während der Knospenbildung ist der häufigste Grund für das Abfallen der Blütenansütze.

Im Sommer darf der Weihnachtskaktus auch gerne auf dem Balkon oder der Terrasse stehen – an einem geschützten, halbschattigen Platz. Die frische Luft und der natürliche Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht fürdern die Knospenbildung im Herbst. Bringen Sie die Pflanze rechtzeitig vor den ersten kalten Nöchten (Temperaturen unter 10 –C) wieder ins Haus.

Bewässerung: Der häufigste Fehler

Der Weihnachtskaktus wird oft falsch gegossen. Obwohl er ein Kaktus ist, benötigt er mehr Wasser als Wästenkakteen, jedoch weniger als die meisten anderen Zimmerpflanzen. Der Wurzelballen sollte zwischen den Wassergaben leicht antrocknen. Gießen Sie mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser und vermeiden Sie unbedingt Staunässe – die fleischigen Wurzeln faulen schnell.

Die Wassermenge hängt von der Jahreszeit ab: Während der Wachstumsphase (Frühjahr und Sommer) etwa einmal pro Woche gießen. Nach der Blüte (Januar/Februar) folgt eine sechswächige Ruhephase, in der Sie die Wassergaben stark reduzieren – nur so viel, dass die Blätter nicht schrumpeln. Diese Trockenperiode ist essenziell für die Knospenbildung im nächsten Jahr.

Der Trick zur Blütenbildung

Der Weihnachtskaktus ist eine Kurztagpflanze – er bildet seine Blütenknospen nur, wenn die Tageslänge unter 12 Stunden sinkt und die Nachttemperaturen kühler sind. Ab September sollten Sie ihm mindestens 14 Stunden absolute Dunkelheit pro Tag gönnen. Stellen Sie die Pflanze in einen Raum, der abends nicht könstlich beleuchtet wird, oder decken Sie sie mit einem Karton ab.

Gleichzeitig sollten die Nachttemperaturen auf 12-15 –C sinken. Dieser Kältereiz in Kombination mit der Dunkelphase läst nach etwa sechs bis acht Wochen die Knospenbildung aus. Sobald die ersten Knospen sichtbar sind, können Sie die Pflanze wieder würmer stellen – und ab November/Dezember mit der Blütenpracht rechnen.

Düngung und Substrat

Während der Wachstumsphase von April bis August sollten Sie den Weihnachtskaktus etwa alle drei bis vier Wochen mit einem Flüssigdünger versorgen. Der Compo Grünpflanzendünger liefert alle wichtigen Nährstoffe für gesundes Wachstum. Verwenden Sie den Dünger in halber Konzentration, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu schödigen. Ab September wird die Düngung eingestellt – die bevorstehende Ruhephase benötigt keine zusützlichen Nährstoffe.

Als Substrat eignet sich eine lockere, humusreiche Erde mit guter Drainage. Eine Mischung aus Blumenerde, Sand und etwas Orchideenerde im Verhöltnis 2:1:1 ist optimal. Der Weihnachtskaktus bevorzugt einen leicht sauren pH-Wert (5,5-6,5). Umtopfen ist nur alle drei bis vier Jahre nötig, da die Pflanze es mag, etwas eng im Topf zu stehen.

Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung des Weihnachtskaktus ist denkbar einfach und eine schöne Möglichkeit, die Pflanze mit Freunden zu teilen. Schneiden Sie nach der Blüte Stecklinge mit zwei bis drei Blattsegmenten ab. Lassen Sie die Schnittstelle zwei bis drei Tage an der Luft trocknen – das beugt Fäulnis vor. Anschließend stecken Sie die Stecklinge etwa 2 cm tief in feuchte Anzuchterde. Bei Temperaturen um 20 –C und gleichmäßiger Feuchtigkeit bilden sich innerhalb von drei bis vier Wochen neü Wurzeln.

Häufige Pflegefehler

ProblemUrsacheLösung
Knospen fallen abStandortwechsel oder ZugluftPflanze während Blütezeit nicht bewegen
Schlaffe, welke SegmenteWassermangel oder WurzelfäuleWurzeln prüfen; ggf. umtopfen
Rötliche BlattsegmenteZu viel Sonne oder KältestressStandort anpassen
Keine BlütenbildungKeine Ruhephase oder zu wenig DunkelheitAb September 14h Dunkelheit + Kühle
Weiße, watteartige BelögeWollläuseMit Seifenlauge abwischen; isolieren

Fazit: Ein winterlicher Daürblöher mit Charakter

Der Weihnachtskaktus ist eine wunderbare Pflanze für alle, die auch in der dunklen Jahreszeit nicht auf blühende Zimmerpflanzen verzichten möchten. Seine Pflege ist mit ein wenig Wissen leicht zu meistern: helle Plätze ohne direkte Sonne, mäßige Wassergaben und vor allem die richtige Ruhephase ab Spötsommer sind die Zutaten für den Erfolg. Für die Nährstoffversorgung empfehlen wir den Compo Grünpflanzendünger in halber Dosierung. Mit der richtigen Pflege wird Ihr Weihnachtskaktus Jahr für Jahr pünktlich zur Weihnachtszeit in voller Blüte stehen.

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