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Wurzelschnitt, Hydrokultur-Umstellung und Co.: Umtopfen für Fortgeschrittene

Wurzelschnitt, Hydrokultur-Umstellung und Co.: Umtopfen für FortgeschritteneDas einfache Umtopfen in einen größeren Topf beherrscht du, aber was, wenn die Pflanze nicht größer werden soll? Oder wenn du von Erde auf Hydrokultur umstellen möchtest? In diesem Artikel gehe ich auf fortgeschrittene Umtopftechniken ein und zeige dir, worauf du achten musst.## Der Wurzelschnitt: Wenn der Topf nicht größer werden sollManche Pflanzen sollen einfach nicht größer werden — sei es aus Platzgründen oder weil sie ihre ideale Größe erreicht haben. Statt sie in einen größeren Topf zu setzen, schneidest du die Wurzeln zurück und setzt die Pflanze in denselben Topf mit frischer Erde.Der Wurzelschnitt ist eine bewährte Technik, besonders bei Bonsai, aber auch bei normalen Zimmerpflanzen wie Ficus, Drachenbaum oder Schefflera funktioniert sie gut.So gehst du vor: – Nimm die Pflanze aus dem Topf und entferne vorsichtig die alte Erde – Schneide mit einer scharfen, desinfizierten Schere etwa ein Drittel der Wurzelmasse ab — vor allem die äußeren, kreisenden Wurzeln – Entferne alle abgestorbenen, matschigen oder kranken Wurzeln – Setze die Pflanze in denselben Topf mit komplett frischer Erde – Gieße sparsam an und dünge die ersten vier Wochen nichtDie Pflanze wird oberirdisch zunächst langsamer wachsen, weil sie Wurzeln regenerieren muss. Nach etwa vier bis sechs Wochen ist das Wurzelsystem wiederhergestellt, und die Pflanze treibt kräftig aus.Nicht geeignet für den Wurzelschnitt sind Palmen und die meisten Nadelgehölze — sie vertragen keine massiven Eingriffe am Wurzelsystem.## Umtopfen von Erde auf Hydrokultur oder SeramisDie Umstellung von Erde auf mineralisches Substrat ist ein größerer Eingriff, der sich aber lohnt: weniger Schädlinge, gleichmäßigere Wasserversorgung und weniger Gießaufwand.Der wichtigste Schritt ist die gründliche Reinigung der Wurzeln. Jedes Krümelchen alte Erde, das an den Wurzeln hängen bleibt, fault im mineralischen Substrat und kann die Wurzeln infizieren. Wasche die Wurzeln unter lauwarmem Wasser, bis keine Erdreste mehr zu sehen sind.Danach setzt du die Pflanze in ein Gefäß mit Seramis, Pon oder Blähton. In den ersten Wochen bildet die Pflanze sogenannte Wasserwurzeln, die an das mineralische Substrat angepasst sind. Die alten Erdwurzeln sterben zum Teil ab — das ist normal.In der Umstellungsphase braucht die Pflanze etwas mehr Aufmerksamkeit: hohe Luftfeuchtigkeit, kein direktes Sonnenlicht, sparsames Düngen. Nach etwa vier bis sechs Wochen hat sie sich angepasst und wächst normal weiter.Nicht jede Pflanze verträgt die Umstellung. Farne und andere Pflanzen mit sehr feinen, haarigen Wurzeln tun sich schwer in rein mineralischen Substraten. Robuste Pflanzen mit dickeren Wurzeln wie Monstera, Efeutute, Drachenbaum oder Clusia sind ideale Kandidaten.## Umtopfen bei kranken PflanzenWenn eine Pflanze an Wurzelfäule leidet, ist sofortiges Umtopfen die einzige Rettung. Dabei gehst du radikaler vor als beim normalen Umtopfen:– Entferne die gesamte alte Erde – Schneide alle braunen, schwarzen, matschigen oder übel riechenden Wurzeln ab – Spüle die gesunden Wurzeln mit klarem Wasser – Desinfiziere die Schnittstellen durch Tauchen in eine schwache Wasserstoffperoxid-Lösung (3 Prozent, verdünnt mit Wasser im Verhältnis 1:3) – Setze die Pflanze in einen desinfizierten oder neuen Topf mit frischer, trockener Erde – Gieße die ersten Tage äußerst sparsam — die geschädigten Wurzeln können kaum Wasser aufnehmen – Besprühe die Blätter regelmäßig, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhenDie Pflanze braucht jetzt vor allem eines: Zeit. Dränge sie nicht mit Dünger oder zu viel Wasser. Sie wird sich erholen, aber das kann Wochen dauern.## Umtopfen von Hydrokultur auf ErdeManchmal willst du eine Hydrokultur-Pflanze zurück in Erde setzen. Auch das ist möglich, erfordert aber Geduld.Die Pflanze hat in der Hydrokultur Wasserwurzeln gebildet, die an die konstante Feuchtigkeit gewöhnt sind. In normaler Erde würden sie schnell faulen. Die Pflanze muss neue Erdwurzeln bilden, und das dauert.So gehst du vor: – Entferne alle Blähtonkugeln von den Wurzeln – Setze die Pflanze in ein luftiges Substrat mit viel Perlite und Pinienrinde – Halte das Substrat in den ersten Wochen konstant leicht feucht, aber nicht nass – Dünge nicht, bis die Pflanze neue Blätter bildet — das zeigt, dass Erdwurzeln gewachsen sind## Teilen beim UmtopfenViele Pflanzen lassen sich beim Umtopfen gleich teilen. Das ist die einfachste Art der Vermehrung und verjüngt die Pflanze gleich mit.Pflanzen mit Rhizomen oder Ausläufern wie Sansevieria, Zamioculcas, Farne und viele Gräser teilst du, indem du den Wurzelballen mit einem scharfen Messer oder einer Säge in zwei oder mehr Teile schneidest. Jedes Teilstück braucht ausreichend Wurzeln und Blätter, um weiterwachsen zu können.Die geteilten Pflanzen setzt du in separate Töpfe mit frischer Erde. In den ersten Wochen brauchen sie etwas mehr Feuchtigkeit und Schutz vor direkter Sonne, bis sie neue Wurzeln gebildet haben.## Umtopfen im JahresverlaufIm Frühjahr und Sommer ist Umtopfen ideal — die Pflanzen sind im Wachstum und erholen sich schnell. Im Herbst und Winter solltest du nur in Notfällen umtopfen. Die Pflanze befindet sich in der Ruhephase und kann den Stress schlechter kompensieren.Wenn du im Winter umtopfen musst, stelle die frisch umgetopfte Pflanze an den hellsten verfügbaren Platz und erwäge eine Pflanzenlampe als Unterstützung. Gieße zurückhaltend und dünge erst im Frühjahr.## FazitFortgeschrittene Umtopftechniken sind kein Hexenwerk, erfordern aber etwas mehr Planung und Sorgfalt. Der Wurzelschnitt hält Pflanzen auf ihrer idealen Größe, die Umstellung auf Hydrokultur befreit von Trauermücken und Gießstress, und das Teilen beim Umtopfen schenkt dir gleich mehrere neue Pflanzen. Mit der Zeit und etwas Übung wirst du in jeder dieser Techniken sicher.Zubehör für Umtopfen und Wurzelschnitt: https://www.amazon.de/s?k=wurzelschere+blaehton+umtopfen&tag=pflanzengecko-21

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