Red terracotta flowerpots 14

Gießen im Jahresverlauf: So passt du die Wassermenge an die Saison an

Gießen im Jahresverlauf: So passt du die Wassermenge an die Saison anDeine Pflanzen haben keinen Kalender, aber sie reagieren sensibel auf die Jahreszeiten. Im Sommer verdursten sie an sonnigen Fenstern, im Winter ertrinken sie in zu viel Wasser. Wer den Gießrhythmus an die Jahreszeit anpasst, beugt den häufigsten Problemen vor. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du das ganze Jahr über richtig gießt.## Frühling: Der große Durst erwachtMit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen und den längeren Tagen erwachen deine Zimmerpflanzen aus der Winterruhe. Ab März steigt der Wasserbedarf deutlich an — die Pflanzen beginnen zu wachsen, und die Verdunstung nimmt zu.Der übergang vom Winter- zum Sommermodus ist die kritischste Phase. Viele Pflanzenfreunde gießen im Winter sehr wenig und vergessen dann, den Rhythmus rechtzeitig anzupassen. Die Folge: Pflanzen vertrocknen im Frühling, obwohl die Tage länger werden.Mein Tipp: Beginne ab Mitte Februar, die Gießintervalle schrittweise zu verkürzen. Statt alle zwei Wochen gießt du jetzt alle zehn Tage, dann einmal pro Woche. Parallel beginnst du mit der Frühjahrsdüngung — erst schwach, dann in normaler Konzentration.## Sommer: Hochsaison für die GießkanneVon Juni bis August läuft die Gießkanne auf Hochtouren. An heißen Tagen verdunsten große Pflanzen mehrere Liter Wasser. Pflanzen an Südfenstern können selbst bei täglichem Gießen schlapp machen.Kontrolliere in Hitzeperioden täglich die Erde. Nicht nach Zeitplan gießen, sondern nach Bedarf. Ein Feuchtemesser ist im Sommer Gold wert, weil die Verdunstung so stark schwankt — an bewölkten Tagen bleibt die Erde länger feucht als nach einem Sonnentag mit 30 Grad.Stelle bei extremer Hitze empfindliche Pflanzen von der prallen Sonne weg, auch wenn sie eigentlich Sonnenanbeter sind. Hinter der Fensterscheibe können Temperaturen weit über 40 Grad entstehen — das schafft selbst ein Kaktus nur mit viel Wasser.Im Urlaub helfen die Tipps aus unserem Artikel über Bewässerungssysteme. Für eine Woche reicht gründliches Vorgießen, für zwei Wochen brauchst du eine automatische Lösung. Stelle die Pflanzen in der Zwischenzeit an einen kühleren, weniger sonnigen Platz — das reduziert den Wasserverbrauch.## Herbst: Langsam herunterfahrenAb September werden die Tage kürzer, das Wachstum verlangsamt sich, die Pflanzen bereiten sich auf die Winterruhe vor. Jetzt heißt es: Gießintervalle wieder strecken, Düngung reduzieren.Die Umstellung sollte schrittweise erfolgen. Ende September düngst du das letzte Mal, danach gibt es nur noch Wasser — und davon immer weniger. Bis November sollten die Intervalle wieder bei ein bis zwei Wochen liegen, je nach Pflanzenart und Standort.Herbst ist auch die Zeit, um die Pflanzen auf ihren Winterplatz zu stellen. Das erledigst du am besten vor dem ersten Frost, spätestens Ende Oktober. Der neue Platz ist meist kühler und dunkler — auch das reduziert den Wasserbedarf.## Winter: Weniger ist mehrVon November bis Februar ist die kritischste Gießphase. Die meisten Zimmerpflanzen befinden sich in einer Ruhephase mit stark reduziertem Stoffwechsel. Sie wachsen kaum und brauchen entsprechend wenig Wasser — und gar keinen Dünger.Die häufigste Todesursache im Winter ist nicht Kälte, sondern übergießen. Kalte, nasse Erde in Kombination mit wenig Licht und niedrigen Temperaturen ist der perfekte Nährboden für Wurzelfäule. Selbst Pflanzen, die im Sommer täglich gegossen wurden, kommen jetzt mit einer Wassergabe alle zwei bis drei Wochen aus.Gieße im Winter nur, wenn die Erde wirklich trocken ist — und dann maßvoll. Lieber etwas weniger als zu viel. Stelle die Pflanzen nicht direkt über die Heizung, wo die warme, trockene Luft ihnen zusätzlich zu schaffen macht. Ein Luftbefeuchter oder eine Schale mit Wasser auf der Heizung hilft gegen trockene Luft.## Sonderfall: Pflanzen mit WinterwachstumNicht alle Pflanzen halten Winterruhe. Einige tropische Arten wachsen das ganze Jahr über, andere haben ihre Hauptwachstumsphase sogar im Winter. Dazu gehören viele Orchideen, Weihnachtskakteen, Amaryllis und Alpenveilchen.Diese Pflanzen brauchen auch im Winter regelmäßig Wasser und zum Teil sogar Dünger. Informiere dich über die spezifischen Bedürfnisse deiner Pflanzen — nicht alle folgen dem gleichen Rhythmus.## Anzeichen für falsches GießenZu viel Wasser erkennst du an: – Gelben, schlaffen Blättern, die sich weich und matschig anfühlen – Braunen, fauligen Wurzeln beim Herausnehmen aus dem Topf – Modrigem Geruch der Erde – Trauermücken, die ständig um den Topf schwirrenZu wenig Wasser zeigt sich durch: – Welke, hängende Blätter, die sich trocken und papierartig anfühlen – Braune, vertrocknete Blattspitzen und Blattränder – Erde, die sich vom Topfrand löst und schrumpft – Blätter, die vorzeitig abfallen## Der Gieß-Check vor jeder WassergabeBevor du zur Gießkanne greifst, führe diesen kurzen Check durch: 1. Fingertest: Fühlen sich die oberen zwei Zentimeter trocken an? 2. Gewichtstest: Ist der Topf spürbar leichter als nach dem letzten Gießen? 3. Blatt-Check: Zeigen die Blätter Durstsignale wie leichtes Welken? 4. Jahreszeit-Check: Ist jetzt Wachstumsphase oder Winterruhe?Erst wenn die ersten drei Punkte auf Gießen hindeuten, wird gegossen – und Punkt vier bestimmt die Menge.## FazitGießen nach Jahreszeit ist keine Wissenschaft, sondern gesunder Menschenverstand. Im Sommer mehr, im Winter weniger — mit dieser einfachen Regel liegst du schon zu 80 Prozent richtig. Die restlichen 20 Prozent sind Feingefühl, das du mit jeder gegossenen Pflanze entwickelst.Gießzubehör für jede Jahreszeit: https://www.amazon.de/s?k=giesskanne+feuchtemesser+pflanzen&tag=pflanzengecko-21

Ähnliche Beiträge