Sukkulenten vermehren – So ziehst du Ableger aus Blättern






Die Vermehrung über Blätter ist eine der schönsten Methoden, um Sukkulenten zu vermehren – aus einem einzigen gesunden Blatt entsteht ganz von selbst eine neue Pflanze. Es braucht Geduld, mehrere Wochen bis zu ein paar Monaten, aber der eigentliche Vorgang ist denkbar einfach und erfordert keinerlei Spezialausrüstung. So gelingt es zuverlässig – und diese Sukkulenten eignen sich wirklich dafür.
Schritt 1: Ein gesundes Blatt abnehmen
Wähle ein pralles, unbeschädigtes Blatt aus dem unteren Bereich der Rosette oder am Stängel. Bewege es vorsichtig hin und her, bis es sauber vom Stängel löst – das Blatt muss vollständig und mit intaktem Blattgrund abgehen, sonst kann es keine Wurzeln bilden. Ein Blatt, das eher abbricht als sich sauber zu lösen, wächst in der Regel nicht mehr an.
Schritt 2: Antrocknen lassen
Lege das Blatt für ein bis drei Tage an einen schattigen Platz auf ein Küchentuch oder ein trockenes Tablett, bis sich an der Schnittstelle eine trockene, verschlossene Kallusschicht gebildet hat. Dieser Schritt ist entscheidend: Steckt man eine frische, offene Wunde direkt in feuchte Erde, drohen Fäulnis und Verrottung, bevor überhaupt Wurzeln entstehen können.
Schritt 3: Auf gut durchlässiges Substrat legen
Lege das angetrocknete Blatt flach auf gut durchlässige Sukkulenten- oder Kakteenerde – vergrabe es nicht. Besprühe die Erde alle paar Tage leicht mit Wasser, damit sie nur minimal feucht bleibt, niemals nass. In der Regel bilden sich innerhalb von ein bis drei Wochen Wurzeln an der Schnittstelle, gefolgt von einer winzigen Rosette – dem sogenannten „Ableger“ –, die sich zunächst noch aus dem Mutterblatt versorgt.
Schritt 4: Warten und trennen
Halte den Ableger an einem hellen, aber schattigen Platz, während er sich entwickelt – pralle Sonne kann ein Blatt ohne eigenes Wurzelsystem regelrecht verbrennen. Das ursprüngliche Mutterblatt schrumpft und vertrocknet nach und nach, während es den Ableger versorgt; entferne es nicht vorzeitig. Sobald der Ableger ein kleines Wurzelsystem gebildet hat und das Mutterblatt vollständig eingetrocknet ist, kannst du ihn vorsichtig abtrennen und in einen eigenen Topf setzen.
Welche Sukkulenten sich gut aus Blättern vermehren lassen
Echeverien, Graptopetalum, Sedum und Pachyphytum gehören zu den zuverlässigsten Kandidaten, da sich ihre Blätter sauber lösen und bereitwillig Ableger bilden. Auch viele Crassula-Arten, darunter der Geldbaum, eignen sich gut. Haworthien und Gasterien dagegen sind schlechte Kandidaten – ihre dicken, fleischigen Blätter faulen eher, als dass sie Wurzeln bilden, weshalb sie sich deutlich besser durch Teilung von Ablegern oder über Stecklinge vermehren lassen. Ähnlich verhält es sich bei Aloe: Auch hier funktioniert die Teilung deutlich zuverlässiger als die Blattvermehrung.
Typische Fehler
- Zu häufiges Gießen bzw. Besprühen, wodurch Blätter statt zu wurzeln einfach verfaulen.
- Das Blatt in die Erde eingraben, statt es locker auf die Oberfläche zu legen.
- Das Antrocknen überspringen und einen frischen Schnitt direkt einsetzen.
- Beschädigte oder abgebrochene Blätter statt sauber gelöster verwenden.
- Zu früh aufgeben – manche Arten brauchen sechs bis acht Wochen, bis sichtbare Wurzeln erscheinen.
Rechne bei den ersten Versuchen mit einer eher niedrigen Erfolgsquote – selbst erfahrene Pflanzenfreunde verlieren immer wieder Blätter durch Fäulnis oder weil sie einfach nie Wurzeln bilden. Wer gleich ein Dutzend Blätter gleichzeitig ansetzt, hat realistischere Chancen auf mehrere erfolgreiche Ableger, als wenn er alles auf ein oder zwei Blätter setzt.




