Kompost anlegen — Schritt für Schritt zu schwarzem Gärtnergold


Kompost ist das schwarze Gold des Gartens. Er verbessert die Bodenstruktur, liefert Nährstoffe, fördert das Bodenleben und kostet — richtig gemacht — keinen Cent. Egal ob großer Garten oder kleiner Balkon: Kompostieren kann jeder. Hier ist die komplette Anleitung für deinen ersten Komposthaufen.
Der richtige Standort
Ein Kompostplatz sollte halbschattig liegen — direkte Sonne trocknet den Haufen aus, zu viel Schatten verlangsamt die Rotte. Wichtig: direkter Bodenkontakt. Regenwürmer und Mikroorganismen müssen aus dem Boden in den Kompost einwandern können. Eine versiegelte Fläche oder ein Betonsockel sind tabu. Plane auch etwas Platz zum Umsetzen und für einen zweiten Haufen ein.
Was darf auf den Kompost — und was nicht?
Die goldene Regel: Alles, was einmal gelebt hat, darf kompostiert werden. Aber mit Einschränkungen:
- Gut geeignet: Obst- und Gemüsereste (roh), Kaffeesatz und Teebeutel, Eierschalen (zerkleinert), Rasenschnitt (angetrocknet), Laub, Häckselgut, zerkleinerte Äste, Stroh, Sägespäne von unbehandeltem Holz
- Nur in Maßen: Zitrusschalen (langsame Zersetzung), Holzasche (nur dünn, von unbehandeltem Holz), Rasenschnitt (in dünnen Schichten — sonst fault er)
- Tabu: Gekochte Speisereste (ziehen Ratten an), Fleisch und Knochen, kranke Pflanzenteile (besonders bei Pilzbefall), Unkraut mit Samen, Hundekot und Katzenstreu, behandelte Hölzer, Kunststoffe
Schritt für Schritt zum perfekten Kompost
- Grundschicht: 20—30 cm grobes Material — gehäckselte Äste, Strauchschnitt. Das sorgt für Belüftung von unten.
- Mischung ist alles: Abwechselnd grüne (stickstoffreiche: Rasenschnitt, Küchenabfälle) und braune (kohlenstoffreiche: Laub, Stroh, Häcksel) Schichten aufbringen. Das optimale Verhältnis ist etwa 1:2 (Grün zu Braun).
- Nicht zu dick: Einzelne Schichten sollten nicht dicker als 20 cm sein. Grobes Material zerkleinern — je kleiner die Teile, desto schneller die Rotte.
- Feucht halten: Der Kompost sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Bei Trockenheit gießen, bei zu viel Nässe mit Stroh oder Pappe abdecken.
- Abdecken: Eine Lage Stroh, Laub oder spezielle Kompostabdeckung schützt vor Austrocknung und Auskühlung.
- Umsetzen: Nach 3—4 Monaten den Haufen umsetzen — das Material von außen kommt nach innen. Das bringt Sauerstoff in den Kern und beschleunigt die Rotte enorm.
Kompostieren auf dem Balkon
Auch ohne Garten geht’s: Eine Wurmkiste (Wurmkomposter) verwandelt Küchenabfälle in hochwertigen Wurmhumus. Die Kiste ist geruchlos, passt in die Speisekammer oder auf den Balkon und produziert innerhalb weniger Monate erstklassigen Dünger. Alternativ gibt es den Bokashi-Eimer: eine anaerobe Fermentation, die alle Küchenabfälle — auch gekochte — in wenigen Wochen in Vorkompost verwandelt.
FAQ
Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist? Unter optimalen Bedingungen (gute Mischung, feucht, regelmäßig umgesetzt) ist Frischkompost nach 4—6 Monaten verwendbar. Reifer Kompost braucht 9—12 Monate und ist dann dunkel, krümelig und riecht nach Waldboden.
Mein Kompost stinkt — was mache ich falsch? Fauliger Geruch bedeutet Sauerstoffmangel. Ursache meist zu viel Grünes (stickstoffreich) oder zu feucht. Lösung: Braunes Material (Häcksel, Laub) untermischen und den Haufen umsetzen.






