Wie viel Wasser brauchen Pflanzen wirklich? – Der ultimative Gieß-Ratgeber
„Wie viel soll ich gießen?“ ist die mit Abstand häufigste Frage, die Pflanzenfreunde beschäftigt. Die Antwort ist leider nicht „100 ml alle zwei Tage“ – sie hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Wir schlüsseln sie auf, damit du die richtige Wassermenge für deine Pflanzen findest.
Die Durst-Faktoren – Was den Wasserbedarf beeinflusst
Der Wasserbedarf einer Pflanze ist keine Konstante, sondern variiert stark:
- Pflanzenart: Eine Monstera verdunstet über ihre großen Blätter ein Vielfaches einer Sansevieria. Sukkulenten speichern Wasser in Blättern und Stamm – sie brauchen nur alle 2–4 Wochen Wasser.
- Topfgröße und Material: Terrakotta-Töpfe sind porös und lassen Wasser verdunsten. Große Töpfe speichern länger Feuchtigkeit als kleine. Kunststofftöpfe halten die Feuchtigkeit am besten.
- Substrat: Sandige, durchlässige Erde trocknet schnell. Humusreiche, torfhaltige Erde hält Wasser länger. Kokosfasern und Perlit verbessern die Drainage.
- Standort: Volle Sonne, trockene Heizungsluft und Zugluft beschleunigen die Verdunstung massiv.
Die durchdringende Gießmethode
Die empfohlene Standard-Technik: Gieße so lange und so viel, bis Wasser unten aus dem Ablaufloch läuft. Das signalisiert, dass der gesamte Wurzelballen durchfeuchtet ist. Warte dann, bis die oberste Erdschicht (2–4 cm, je nach Pflanze) abgetrocknet ist, bevor du erneut gießt. Diese Methode funktioniert für die allermeisten Zimmerpflanzen.
Spezialfall: Gießen von unten
Pflanzen mit empfindlichen Knollen (Alocasia) oder Blattrosetten (Usambaraveilchen) gießt du am besten von unten: Wasser in den Untersetzer geben, 20–30 Minuten einziehen lassen, Rest abgießen. So bleibt die Erdoberfläche trocken, was Trauermücken und Fäulnis vorbeugt. Ein praktischer digitaler Feuchtigkeitsmesser nimmt die Raterei beim Gießen.
