Anzuchterde selbst mischen – so gelingt die Aussaat

Anzuchterde selbst mischen – so gelingt die Aussaat

Wer Gemüse und Kräuter aus Samen zieht, steht vor der ersten wichtigen Entscheidung: Welches Substrat soll es sein? Anzuchterde aus dem Handel ist praktisch, aber selbst gemischte Anzuchterde ist günstiger, ökologischer und lässt sich exakt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart abstimmen. Zudem hat man die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe.

Die perfekte Anzuchterde erfüllt drei Kriterien: Sie ist nährstoffarm (zu viele Nährstoffe lassen die Keimlinge vergeilen), keimfrei (um Pilzkrankheiten wie die Umfallkrankheit zu vermeiden) und feinkrümelig-locker (damit zarte Keimwurzeln leicht eindringen können). Ein bewährtes Rezept: ein Drittel Gartenerde oder Kompost im oberen Bereich, ein Drittel Sand, und ein Drittel Kokosmark oder gesiebte Lauberde. Wer es einfacher mag, mischt handelsübliche torffreie Blumenerde im Verhältnis 1:1 mit Sand und gibt eine Handvoll Perlit oder Vermiculit zur besseren Durchlüftung hinzu.

Zur Sterilisation wird die selbst gemischte Erde auf einem Backblech bei 120 °C Ober-/Unterhitze für 30 Minuten erhitzt. Das tötet Keime und Pilzsporen ab und verhindert späteres Umfallen der Sämlinge. Nach dem Abkühlen die Erde mit etwas Wasser anfeuchten – sie sollte feucht sein, aber nicht tropfen. Abgefüllt wird in Anzuchtschalen oder kleine Töpfe mit Drainagelöchern.

Hobbygärtner, die viel aussäen, können eine größere Menge Grundmischung auf Vorrat herstellen und je nach Bedarf anpassen: Für feinsamige Kräuter wie Mohn oder Kamille wird das Substrat zusätzlich gesiebt. Für Starkzehrer wie Kürbis oder Zucchini kann etwas reifer Kompost untergemischt werden. Nach der Keimung, wenn sich die ersten echten Blätter zeigen, werden die Sämlinge in nährstoffreicheres Substrat pikiert.

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