Geißblatt Lonicera

Geißblatt (Lonicera): Duftende Kletterpflanze für Sommerabende

Das Geißblatt (Lonicera), auch Jelängerjelieber genannt, ist eine der sinnlichsten Kletterpflanzen des Gartens. Vor allem in den Abendstunden entfaltet es seinen betörend süßen Duft und lockt damit Nachtfalter und andere Insekten an. Die trompetenförmigen Blüten in cremeweißen, gelben, rosa und roten Tönen öffnen sich im Sommer und verwandeln Zäune, Pergolen und Hauswände in duftende Blütenwände.

Artenreichtum und Sorten

Das bekannteste Kletter-Geißblatt ist Lonicera caprifolium, das einheimische Echte Geißblatt, das im Mai und Juni cremeweiße, duftende Blüten trägt. Lonicera periclymenum, das Wald-Geißblatt, blüht von Juni bis September und ist besonders wertvoll für die heimische Insektenwelt. Die Sorte ‚Serotina‘ beeindruckt mit purpurfarbenen Knospen und außen purpurnen, innen gelblichen Blüten. ‚Graham Thomas‘ duftet besonders stark und trägt rein weiße, später gelbe Blüten. Das Immergrüne Geißblatt (Lonicera henryi) behält auch im Winter seine Blätter und eignet sich hervorragend für ganzjährig grüne Sichtschutzwände.

Standort und Pflanzung

Der ideale Standort für Geißblatt ist halbschattig mit einem kühlen, feuchten Wurzelbereich – ähnlich wie bei der Clematis heißt es: Kopf in der Sonne, Füße im Schatten. Der Boden sollte humusreich, locker und gleichmäßig feucht sein. Die Pflanzung erfolgt am besten im Frühjahr oder Herbst. Pro laufendem Meter Rankfläche wird eine Pflanze gesetzt. Eine Unterpflanzung mit niedrigen Stauden beschattet den Wurzelbereich und hält die Bodenfeuchtigkeit.

Pflege und Einsatzmöglichkeiten

Geißblatt wächst mit etwa 30 bis 60 Zentimetern pro Jahr und benötigt eine stabile Rankhilfe. Der Schnitt erfolgt nach der Blüte – stark vergreiste Pflanzen können im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden und treiben zuverlässig wieder aus. Regelmäßige Wassergaben in Trockenperioden und eine Frühjahrsdüngung mit Kompost fördern üppiges Wachstum und reiche Blüte. Geißblatt eignet sich hervorragend als Sichtschutz an Zäunen, zur Pergolenbegrünung und zur Bepflanzung von Sitzplätzen, wo der abendliche Duft optimal zur Geltung kommt. Achtung: Die roten Beeren vieler Arten sind schwach giftig und sollten nicht verzehrt werden.

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