Calathea (Korbmarante): Faszinierende Blattmuster und Pflegetipps
Die Calathea, auch Korbmarante genannt, gehört zu den optisch beeindruckendsten Zimmerpflanzen überhaupt. Ihre großen Blätter zeigen kunstvolle Muster aus hellen und dunklen Grüntönen, oft ergänzt durch violette Blattunterseiten, und bewegen sich im Tagesverlauf sichtbar auf und ab – ein Verhalten, das der Pflanze den Beinamen „Betende Pflanze“ eingebracht hat. Allerdings gilt die Calathea auch als anspruchsvoller als viele andere Zimmerpflanzen und reagiert empfindlich auf falsche Pflege.
Herkunft und die tanzenden Blätter
Calatheas stammen aus den tropischen Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas, wo sie im feuchtwarmen, schattigen Unterwuchs wachsen. Das charakteristische Auf- und Abbewegen der Blätter, die sogenannte Nyktinastie, hilft der Pflanze in ihrer natürlichen Umgebung, Regentropfen von den Blättern abzuleiten und tagsüber möglichst viel diffuses Licht einzufangen. Diese Bewegung ist ein gutes Gesundheitsbarometer: Bei einer zufriedenen Pflanze ist sie deutlich sichtbar, bei Pflegestress bleibt sie dagegen oft aus.
Der richtige Standort
Calatheas bevorzugen einen hellen bis halbschattigen Standort ohne direkte Sonne, die die empfindlichen Blätter schnell verbrennt und ausbleicht. Ein Platz an einem Ost- oder Nordfenster oder etwas weiter von einem helleren Fenster entfernt ist meist ideal. Zu dunkle Standorte führen dagegen zu verblassten Mustern und schwächerem Wachstum. Zimmertemperaturen zwischen 18 und 24 Grad werden bevorzugt; kalte Zugluft und Temperaturen unter 16 Grad sollten unbedingt vermieden werden.
Luftfeuchtigkeit: Der wichtigste Faktor
Der mit Abstand wichtigste Pflegefaktor bei Calatheas ist die Luftfeuchtigkeit. In trockener Heizungsluft, wie sie in vielen deutschen Wohnungen im Winter herrscht, bekommen Calatheas schnell braune, eingerollte Blattränder. Ideal sind mindestens 50 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit, die sich am zuverlässigsten mit einem Luftbefeuchter erreichen lässt. Alternativ helfen ein Platz im Badezimmer, ein mit Kies und Wasser gefülltes Untersetzertablett, auf dem der Topf steht, ohne im Wasser zu stehen, oder das Gruppieren mehrerer Pflanzen, die gemeinsam eine feuchtere Mikroumgebung schaffen.
Gießen mit kalkarmem Wasser
Calatheas reagieren empfindlich auf kalkhaltiges Leitungswasser, das häufig zu braunen Blatträndern führt. Besser geeignet ist Regenwasser, abgestandenes oder gefiltertes Wasser bei Zimmertemperatur. Gegossen wird, sobald sich die obere Erdschicht leicht trocken anfühlt – die Erde sollte dabei nie komplett austrocknen, aber auch keine Staunässe entstehen, da beide Extreme zu Wurzelproblemen führen. Ein gleichmäßiges Feuchtigkeitsniveau ist wichtiger als eine feste Gießroutine nach starrem Zeitplan.
Substrat und Düngen
Eine lockere, humusreiche und gut durchlüftete Blumenerde, gerne mit etwas Perlite oder Orchideenrinde angereichert, kommt den natürlichen Wuchsbedingungen am nächsten. Von Frühjahr bis Herbst wird alle vier Wochen mit einem verdünnten Grünpflanzendünger versorgt; Calatheas reagieren empfindlich auf Überdüngung, weshalb eher niedriger dosiert werden sollte als vom Hersteller angegeben. Im Winter wird nicht gedüngt.
Umtopfen
Umgetopft wird alle ein bis zwei Jahre im Frühjahr, sobald der Topf gut durchwurzelt ist. Beim Umtopfen ist Vorsicht geboten, da die Wurzeln der Calathea relativ empfindlich sind und grobes Hantieren zu Wachstumsstockungen führen kann. Ein nur wenig größerer Topf ist ausreichend, da die Pflanze in zu großen Gefäßen zu Staunässe neigt.
Häufige Probleme
- Braune, eingerollte Blattränder sind fast immer ein Zeichen von zu trockener Luft oder kalkhaltigem Gießwasser.
- Verblasste, weniger kontrastreiche Muster deuten auf zu wenig Licht hin.
- Ausbleibende Blattbewegung ist ein frühes Zeichen von allgemeinem Pflegestress.
- Gelbe, weiche Blätter entstehen meist durch Staunässe im Wurzelbereich.
Beliebte Calathea-Arten
Die Gattung Calathea beziehungsweise die eng verwandte Gattung Goeppertia umfasst zahlreiche Arten mit sehr unterschiedlichen Blattmustern. Calathea orbifolia besticht durch große, silbrig-grün gestreifte, fast runde Blätter und zählt zu den robusteren Vertretern. Calathea makoyana, auch Korbmarante im engeren Sinne genannt, zeigt ein filigranes, durchscheinendes Muster, das an gemalte Federn erinnert. Calathea lancifolia mit ihren schmalen, wellenförmig gemusterten Blättern gilt als etwas anspruchsloser und daher gut für Einsteiger geeignet, die sich erstmals an diese Pflanzengattung wagen.
Vermehrung durch Teilung
Calatheas lassen sich am zuverlässigsten durch Teilung beim Umtopfen vermehren. Dabei wird der Wurzelballen vorsichtig in mehrere Teile geteilt, wobei jedes Teilstück über ausreichend eigene Wurzeln und mehrere Blätter verfügen sollte. Da die Wurzeln empfindlich sind, sollte möglichst schonend gearbeitet werden. Die Teilstücke werden anschließend in frisches, feuchtes Substrat gesetzt und zunächst besonders vor Zugluft und direkter Sonne geschützt, bis sie gut angewachsen sind.
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Fazit
Calatheas gehören zwar zu den anspruchsvolleren Zimmerpflanzen, belohnen aber jede Mühe mit einem der eindrucksvollsten Blattmuster im Pflanzenreich. Wer für ausreichend Luftfeuchtigkeit, kalkarmes Gießwasser und einen hellen, sonnenlosen Standort sorgt, wird schnell merken, dass die vermeintlich schwierige Pflanze bei den richtigen Bedingungen gar nicht so heikel ist.






